Börsenanstieg treibt Wechselkurs und kostet Arbeitsplätze

9. Jan. 2013 – Die Rally am philippinischen Aktienmarkt ist einer der größten Faktoren, die den Wechselkurs des Pesos gegenüber dem US-Dollar treibt und damit die Arbeitsplätze von Millionen von Filipinos bedroht, warnten Experten gestern.

Der ehemalige Finanzminister Benjamin Diokno und der Philexport Präsident Sergio Ortiz-Luiz warnten, dass zwar der Anstieg des ‚Philippine Stock Exchange‘ (PSE) Index auf Allzeithochs eine begrüßenswerte Entwicklung sei, diese jedoch zu dem schnellen Peso-Anstieg beiträgt, der sich wiederum auf die Dollar-Einkommen des Landes auswirke.

Wenn der Peso steigt, dann sind die größten Verlierer Exporteure, Business Process Outsourcing (BPO) Unternehmen und Overseas Filipino Workers (OFWs). Am Dienstag, den 8. Januar hatte der PSE Index ein weiteres Allzeithoch in diesem Jahr und schloss bei 6.048,90, während der Peso bei 40,85 Pesos gegenüber dem Dollar schloß.

„Der Anstieg des PSE-Index ist das Ergebnis eines ungebremsten Zuflusses von ausländischen Portfolioinvestitionen.“ sagte Diokno. „Der Anstieg des PSE-Index ist ein kurzfristiger Gewinn mit negativen kurzfristigen und langfristigen Konsequenzen, wenn der Markt korrigiert.“

Ortiz-Luiz erklärte, dass viele Exporteure bereits beschlossen hätten, zu verkleinern und Niederlassungen zu schließen, wegen des starken Pesos. Er sagte, mit der Entwicklung des Pesos in Richtung des 30 Pesos-Bereiches, was seit den 90er Jahren nicht auftrat, werden zunehmend Exporteure, Mitarbeiter in diesem Jahr entlassen müssen.

Viele Exporteure, sagte er, hätten auch beschlossen, Aufträge abzulehnen, um ihre Verluste zu begrenzen. Dies erfolge zu einem Zeitpunkt, bei dem sich das Exportwachstum auf dem Weg der Erholung von den Rückgängen des Jahres 2011 befände.

Er fügte hinzu, dass der Peso derzeit ausländischen Firmen die Auslagerung der Arbeiten in philippinische Unternehmen erschwere. Ortiz-Luiz sagte, Indien und Vietnam seien derzeit attraktivere Investitionsziele für Outsourcing, wegen der niedrigeren Kosten. Abgesehen von diesen Branchen, sagte Ortiz-Luiz, verspürten OFWs und ihre Familien bereits die deutliche Verringerung ihrer Kaufkraft.

„Es gibt 1.001 Möglichkeiten dies zu korrigieren, aber die Währungsbehörden müssten es auch tun. Die Regierung muss eine Entscheidung treffen, sie hat genügend Handlungsmöglichkeiten, um ein Plus oder Minus von 5 Pesos zu erreichen.“ sagte Ortiz-Luiz.

„Sie werden es nicht für die Exporteure tun, aber sie könnten es für OFWs tun. Es gibt 12 Millionen OFWs, 4 Millionen Exporteure, wenn Sie diese mit 5 multiplizieren(durchschnittliche Größe der philippinischen Familien) gibt dies 80 Millionen Filipinos, die abhängig vom Dollar sind. Alles, was den Dollar schwächt, wirkt sich negativ auf sie aus.“ ergänzte Ortiz-Luiz.

Diokno sagte, die Währungsbehörden müssten einschreiten, um „hot money“ Zuflüsse in die Aktien- und Rentenmärkten zu regulieren. Er sagte, die Regierung muss aktiv diesen Geldstrom an ausländischen Portfolioinvestitionen in das Land unterbinden. Ortiz-Luiz wies darauf hin, dass die Philippinen das einzige Land sei, das keine Regulierung der Mittelzu- und -abflüsse habe. Das hat das Land zu einem idealen Standort für ausländische Portfolioinvestitionen gemacht.

Er sagte, dieses System muss geändert werden, damit ausländische Direktinvestitionen, die wirklich Arbeitsplätze schafften, das Land erreichten. Ortiz-Luiz sagte, die Jobs, die von der Rally am Aktienmarkt geschaffen würden, seien nur temporäre Arbeitsplätze durch den Immobiliensektor.

Aber neben der Nachteile, habe die Peso-Aufwertung auch Vorteile. So bedeute ein starker Peso, dass die Regierung weniger Geld ausgeben muss, zur Tilgung seiner Auslandsschulden. Es mache auch importierte Waren wie Ölprodukte und ausländische Lebensmittel erschwinglicher.


Quelle: www.rappler.com/business/19364-psei-rally-push-peso,-threaten-jobs