Fragen zu Robredos Piloten und Flugbetreiber werden lauter

26. Aug. 2012 – Der Pilot des Kleinflugzeugs, das am vergangenen 18. August vor Masbate abstürzte und den Innenminister Jesse Robredo töte, hatte angeblich keine gültige Fluglizenz für einen kommerziellen Flug und zur Ausbildung von Flugschülern, laut der ‚Civil Aviation Authority of the Philippines‘ (CAAP).

Das Management von Aviatour Air bestritt dies jedoch und sagte, sie hätten Aufzeichnungen, die bewiesen, dass der Pilot, Jessup Bahinting seine Lizenzen erneuert hatte. Eine Quelle aus der CAAP jedoch verriet: „Gemäß unseren Aufzeichnungen in der Datenbank, wurden sowohl die kommerzielle Pilotenlizenz, als auch die Fluglehrerlizenz von Jessup Bahinting seit dem 8. April nicht mehr erneuert.

Die Anforderungen für eine Verlängerung der Berufspiloten- und Fluglehrer-Lizenz sind ein ärztliches Attest, polizeiliches Führungszeugnis der NBI und mindestens 10 registrierte Flugstunden drei Monate vor dem Ablauf der Lizenz. Im Falle Bahintings, der bereits 60 Jahre alt war, werden die ärztlichen Untersuchungen in einem Abstand von drei Monaten gefordert.

Die Quelle stellte jedoch klar, dass Bahinting seine Lizenz erneuert haben könnte, aber die Kopie noch nicht bei der CAAP hinterlegt wurde. Jedoch Stand gestern, war Bahintings Lizenz nicht erfasst. Mit einer abgelaufenen Lizenz, hätte Bahinting das Piper Seneca Flugzeug nicht fliegen dürfen, sagte die Quelle.

Ist Bahinting gar nicht selbst geflogen?

Die Quelle sagte auch, dass der nepalesische Flugschüler Kshitiz Chand, der Bahintings Co-Pilot gewesen sein soll, keine Genehmigung hatte, ein Piper Seneca Flugzeug zu fliegen. Er soll nur eine Genehmigung zum Flug einer Cessna 157 und 172 gehabt haben.

Zuvor sagte jedoch ein CAAP Sonderermittler, dass basierend auf ersten Ermittlungen, Bahintings Leiche angeschnallt auf dem rechten Sitz des Cockpits gefunden wurde, was darauf hinweist, dass er nicht selbst der fliegende Pilot während des Fluges war.

Aus der CAAP hiess es, dass Bahinting dem nepalesischen Flugschüler das Fliegen des Flugzeug erlaubt haben könnte, so dass dieser seine 10 Flugstunden erreicht, die ihm eine Genehmigung für Piper Seneca Flugzeuge gebracht hätte.

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Aviatour: Trotz tödlichem Unfall weiter geflogen!

Denn vor Masbate, gab es bereits Camiguin. Der Absturz, der Innenminister Jesse Robredo tötete, war bereits der zweite tödliche Unfall in diesem Jahr mit dem selben Unternehmen, das das Unglücksflugzeug betrieb. Nach dem Absturz am 4. März in Camiguin, der den Piloten und eine norwegische Touristin töteten, liessen die Behörden das Charter-Unternehmen weiter fliegen!

Am Donnerstag, sagte Verkehrsminister Mar Roxas, er habe damals nach dem Camiguin Crash, die CAAP angewiesen, die Flüge von Aviatour auszusetzen, wie es auch die Verkehrsrichtlinien vorsehen würden. Doch offenbar widersetzte sich die CAAP Roxas Order und liess Aviatour weiter fliegen. Stattdessen habe CAAP lediglich Aviatour die Flugschul-Lizenz entzogen.

Aviatour hat zwei Lizenzen unter seinen Fittichen: eine zum Betrieb seiner Charter-Dienstleistungen und eine Flugtrainer-Lizenz, für ihre Flugschule. Der Leiter des CAAP Untersuchungsausschusses, Amado Soliman, erklärte, weshalb die Behörde sich dafür entschied, nur die Flugschul-Lizenz des Unternehmens zurück zu ziehen: da der Co-Pilot des Fluges, Dewi Nurmala, ein indonesischer Flugschüler war (der nebenbei bei dem Absturz verletzt wurde). Es sei gegen die Regeln für den Luftverkehr, Flugschüler während ihrer Ausbildung, kommerzielle Flüge fliegen zu lassen.

Allerdings war die norwegische Touristen-Familie auch in der viersitzigen Cessna 172, die zu einer Flotte von Kleinflugzeugen von Aviatour gehört, das seine Kunden zu verschiedenen touristischen Zielen in den Philippinen fliegt und dafür mit dem Motto wirbt „Explore paradise at your own pace“ (Entdecke das Paradies mit Deinem eigenen Tempo).

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Der Pilot Christian Cebrecos und die norwegische Touristin Rachelle Sandre wurden dabei getötet, als das niedrig fliegende Flugzeug in die Kokospalmen Mambajaos stürzte. Neben Nurmala, wurden auch Sandres Ehemann Lance und ihr drei Jahre altes Kind, Jensola verletzt. Presseberichten und Blogs zufolge, hiess es nach dem Camiguin Absturz, dass schlechtes Wetter an diesem Tag und nur eine geringe Sicht gegeben war. Andere Piloten hätten sich geweigert zu fliegen.

Im vergangenen Mai erhielt Aviatour, trotz angeblicher Sondierung der Regierung wegen möglicher Verstösse gegen Luftfahrtvorschriften, eine befristete Betriebsgenehmigung von der CAAP, nachdem die Behörde eine Beschwerde von der Botschaft Indonesiens erhielt. Die Botschaft argumentierte, dass rund 80 indonesische Flugschüler bei Aviatour trainierten und diese ihre Ausbildung fortsetzen müssten.

In der Zwischenzeit wurden Aviatour, trotz bohrender Fragen über ihren Camiguin Absturz, die Charterflüge nie untersagt, bis zum nächsten tödlichen Unfall letzten Samstag – bei dem einer der landesweit renommiertesten Politiker, Jesse Robredo, sein Leben liess.


Quellen: http://www.gmanetwork.com/news/story/271035/news/nation/despite-march-crash-company-that-flew-robredo-allowed-to-continue-air-services
und http://www.philstar.com/Article.aspx?articleId=841884&publicationSubCategoryId=63