Das andere Legazpi

Text und Fotos von Roland Hanewald.

Woher kommt der Name LegazpiHat sich mal jemand gewundert, welchen Ursprung ein unphilippinischer Name wie Legazpi haben könnte? Das Wort ist nicht einmal spanisch, sondern baskisch und entstammt mithin einer Sprache, deren Wurzeln selbst in Europa unbekannt sind.Legazpi und Spanien

Wer sich etwas in der Geschichte auskennt, wird wissen, dass Legazpi der Name des ersten spanischen Gouverneurs der Philippinen war.

Der berühmte Mann wurde 1502 in dem baskischen Ort Zumárraga als Sohn von Juan Martinez López de Legazpi geboren, wanderte nach Mexiko aus und wurde von König Philipp II auf Entdeckungsreise in den Pazifik beordert, wo er auf die später nach dem Chef benannten Philippinen stieß.

Durch ihn wurden sie zur spanischen Kolonie und zum einzigen christlichen Bollwerk in Asien. Die Stadt Legazpi in der Provinz Albay trug dann letztlich seinen Namen.

Legazpi auf LuzonIm Baskenland gab es den Ort Legazpi schon ab 1290, und die Vorfahren des Gouverneurs kamen von dort. Mitten im „Eisental“ gelegen, wurde Legazpi schon bald zum Zentrum des Abbaus und der Verarbeitung dieses Metalls, und diverse Gießereien und Schmiedewerkstätten waren im Mittelalter dort tätig. Im 16. Jh. war das Baskenland der wichtigste Eisenlieferant Westeuropas, bis diese Rolle sich anderswohin verlagerte.

Nur eine Schmiede (aus dem 15. Jh.) ist heute noch aktiv, und zwar als touristische Attraktion mit musealem Status (Mirandaola-Museum). Was dort jeden Sonntag vor sich geht, ist spektakulär. Ein gewaltiger Blasebalg wird von Wasserkraft angetrieben und facht eine kräftige Esse an, die das Eisen bald zum Glühen bringt, um es einem mechanischen Hammer zu überantworten. Zwei muskulöse mittelalterlich gewandete Schmiede halten das Ganze auf Trab, und Scharen von (zumeist spanischen) Touristen schauen fasziniert zu.

Lagazpi ist Vergangenheit purWie kommt man hin zu diesem Ort, den sogar die bekannte Familie Loyola schon besuchte? Von der Küste fährt täglich zweimal ein Zug, blitzsauber, billig und auf die Sekunde pünktlich.

Unterkommen kann man dann in Hotels, deren Namen Etxeberri, Urkulu Landetxea und Zumeltzegi den Gast daran erinnern werden, dass er sich auch nach anderthalb Stunden auf der Schiene immer noch in Euskadi befindet, wie das Baskenland in seiner eigenen Sprache heißt.

Roland HanewaldRoland Hanewald wurde 1942 in Cuxhaven geboren und befuhr über 20 Jahre lang als Offizier der Handelsmarine die Ozeane. Er lebte längere Zeit auf den Philippinen, die der Ausgangspunkt für seine ersten Reisen wurden. Zu Beginn der 1980er Jahre sattelte er auf Journalistik um. Seit 1992 lebt er in Neuenburg (Friesland). Hanewald ist Autor von 125 Büchern (darunter das „Philippinen Abenteuer-Handbuch“ und „Inselfieber, ein Vierteljahrhundert auf den Philippinen“), dazu über 1600 weltweite Fotoreportagen, die in bislang 50 Ländern und 18 Sprachen erschienen sind. Sein letztes Werk ist („der Abwechslung halber“) ein Liebesroman. „Oma Ette sucht einen Mann – Alter schützt vor Liebe nicht“ ist überall im Buchhandel, auch bei Amazon, erhältlich.

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