Reisevorbereitungen: Pilipinas – Here I come (Teil 1)

Eine nicht ganz ernst gemeinte Anekdote zu den Reisevorbereitungen in das verrückteste Land der Welt. (Teil 1)

von Stefan Ammon.

Es ist nicht leicht, ein guter Tourist zu sein. Entschuldigung – Traveller, Backpacker oder Outdoorer natürlich. Wer will schon Tourist sein? Das klingt ja fast schlimmer als Terrorist und signalisiert sofort, dass man fast alles falsch macht auf der lang ersehnten Reise. Oder noch schlimmer: Urlauber! Jemand, der um Erlaubnis bitten muss, reisen zu dürfen und allein durch die Bezeichnung zugibt, dass der Chef nur drei Wochen genehmigt hat, obwohl man sich gegenseitig nicht vermissen wird. Oh nein – an die Rolle als Bittsteller auch noch erinnert zu werden, geht überhaupt nicht. Schließlich steht die langersehnte Auszeit vor der Tür, in der alles anders ist, in der man endlich man selbst sein kann und unverhüllt den wahren Charakter zeigt. Den Abenteurer, den Individualisten und Menschenversteher. Also das Bild dessen, was man als schon älterer Traveller von sich selbst beim Blick in vergangene Zeiten hat als man zumindest in Westdeutschland frei war, sich noch keine Fernreisen leisten konnte und Marihuana nicht aus therapeutischen Gründen rauchte. Und als jüngerer Traveller den Welteroberer und Gipfelstürmer, der auszieht, um mit seiner GoPro seine Genialität zu dokumentieren und der Welt anschließend auf Youtube zu präsentieren. Ob die Welt das nun sehen will oder nicht. Schließlich wird eben diese Genialität dazu führen, dass man später nicht wie Papa einen Passat in der Garage hat sondern einen Porsche. Oder halt einen Mazda MX5 in pink, wenn man denn ein Mädchen ist.

Also Traveller. Sagen wir Traveller. Und bald geht’s los. Doch es sind viele Dinge zu klären, mit den Reisepartnern zu diskutieren und abzuwägen. Welchen Rucksack, sorry ich meine natürlich Backpack wählt man für die Reise? Packt man nur die Outdoorer Dynamic Traveller Shoes X32 ein oder zusätzlich doch lieber noch die Watershoes mit Anti-Slipping-Sohle und Intruder Protection? Ist das Mosquitonetz in der ultraleichten Ausführung aus reißfestem Nasa – getestetem Spezialnylon ausreichend oder sollte man sich doch für das beschichtete Profinetz entscheiden, bei dem der Hersteller garantiert, dass es auch gegen Schlangen und Spinnen schützt und kleinmaschig genug ist um die seltene, aber doch vorkommende, winzige Trabea Auszeitica Mücke abzuhalten? Darf man den Hustensaft im Handgepäck mitführen oder sollte er doch besser in den großen Koffer? Und natürlich die alljährlichen Fragen: Nehme ich nun einen Fön mit oder nicht? Ein Abendkleid? Welches Insekten – Repellant, wieviel Sonnencreme in welcher Stärke und Erste–Hilfe–Set – ja oder nein? Viel einfacher ist es, wenn man Wake-, Kite- oder Windsufer ist. Da reicht ein Besuch beim Frisör, um den bewusst freestyle-mäßigen Sitz der blonden Locken zu sichern, Slippers, Bräunungscreme und ein Goldkettchen. Und zack ist man fertig für die große Reise.

Hat man schließlich mühsam alles beisammen, kommt die Erkenntnis, dass die Philippinen mehr als nur einen Strand haben. Sogar Berge, Vulkane, Flüsse und Seen. Und Städte, die in Reiseführern erwähnt werden und andere Reisende über hungernde Eingeborene berichten, die auf Kartons oder Gräbern schlafen oder sich wimmelnd durch den Dreck wühlen und auf jeden Weißen stürzen, um ihn auszurauben oder bestenfalls den Körper für eine Handvoll Reis anbieten, damit die linke Niere nicht verkauft werden muss. Also wohin? Sehen muss man eigentlich alles. Verpassen darf man nichts. Der Reisepartner will zu allem Überfluss auch noch seinen Tauchschein machen und unbedingt das einzigartige Gefühl genießen, mit Walhaien zu schwimmen. Das ist zwar verpönt, da es kein Wahlhai sondern ein Walhai ist, der sich die wild mit den Beinen strampelnde Masse an Travellern nicht ausgesucht hat und nur bedingt genießt. Aber man kann ja einmal kurz hinfahren, um selbst die Erfahrung zu machen, um dann nach dem Urlaub als Experte für das Reiseland aktiv gegen die Teilnahme an solchen Tiervorführungen zu argumentieren.

Sie wollen wissen wie es weiter geht? Zweiter Teil: Reiseplanung Philippinen!

Stefan Ammon lebt auf den Philippinen in Bicol, Camarines Sur, Caramoan.

Über die Philipinnen hat er das Buch „Kuya Sam’s Philippinen FAQ“ (Ebook) sowie den Kriminalroman „Zielgerichtet in den Tod – Targeted Therapies“ (Ebook und Print) herausgegeben.
Die Bücher sind im Buchhandel und online erhältlich.