Reiseplanung Philippinen: Pilipinas – Here I come (Teil 2)

Eine nicht ganz ernst gemeinte Anekdote: Reiseplanung Philippinen. (Teil 2)

von Stefan Ammon.

Man hat volle drei Wochen für die Reiseplanung Philippinen und wenn man sich ein bisschen an den Zeitplan hält, dann sollte es doch möglich sein alles zu sehen – oder nicht? Zum Glück helfen erfahrene Expats gerne weiter bei der Frage nach der richtigen Route. Auch wenn es nicht immer leicht ist für die lebenden Denkmäler für Freiheit, Mut und Abenteuer. Schließlich hat auch der erfahrenste Auswanderer nur zwei Hände und muss erst einmal das Bier abstellen und die 19jährige Freundin vom Schoß nehmen, bevor er die Welt an seiner Expertise teilhaben lassen kann. Außerdem hat er oft gerade kein „Load“ auf seiner Globe Prepaid – Karte und sich trotz des Gejammers der Braut vorgenommen, bis zum Ende des Monats auf den Eingang der Rente zu warten, bevor er zum Sari – Store läuft und 50 Pesos auf die SIM laden lässt. Zum Glück gibt es da noch die Traveller mit Expertise. Also die, die im letzten Jahr zwei Wochen auf den Philippinen waren und auch die, die seit 20 Jahren jedes Jahr zwei Mal für zwei Wochen auf die Philippinen reisen, um sich ihres Samenstaus zu entledigen – Entschuldigung, ich meine natürlich, die Philippinen und die Menschen dort so sehr lieben, dass sie einfach nicht anders können als immer wieder zu kommen. Wiederzukommen? Wiederzu kommen? Wieder zukommen? Wie auch immer. Auch diese Experten informieren Erstreisende gern und umfangreich und haben den großen Vorteil, dass sie die Hände frei haben. Ehemm – zumindest manchmal.

Irgendwann hat man dann alles zusammen. Sich wochenlang über alle Alternativen und möglichen Abenteuer informiert und schließlich für die Standards entschieden, da man mitreden möchte und das „Must-Sees“ sind. Und auch die Zeichnung für das Packen der Koffer ist fertig, die Versicherungen abgeschlossen, die Bank informiert, das Testament geschrieben und die Versorgung des sensiblen Hamsters organisiert. Es kann losgehen. Könnte losgehen, denn der Urlaub kommt ja erst in 3 Monaten, da man lieber zu früh als zu spät geplant hat. Auch die Vorfreude ist ein wichtiger Teil des Jahresurlaubs – so wie das Vorspiel beim Sex. Nur durch solche Projekt übersteht man die bis zu 8 Wochen bis zur nächsten Auszeit von der Arbeit. Und ausgerechnet in dieser dreimonatigen Wartezeit auf das größte Abenteuer des Lebens schlägt man die BILD auf und liest, dass zwei Traveller auf den Philippinen geköpft wurden. Und prompt klingelt das Telefon, Mama, Papa, der Bruder oder die beste Freundin ist dran und fragt: „Du willst doch nicht ernsthaft auf die Philippinen – oder?“

Die schnelle Recherche bestätigt schnell: Ja, Terroristen haben scharfe Messer und auf den Philippinen sogar Schnellfeuerwaffen. Das Auswärtige Amt warnt intensiv vor Reisen in viele Gebiete und die liegen nur wenige Kilometer von den eigenen Reisezielen entfernt. Zu allem Überfluss hört man von vielen weiteren Gefahren, wie Bus- und Verkehrsunfällen, Diebstahl, Vergewaltigung und Prügeleien und natürlich die ganzen Krankheiten, wie Malaria, Dengue, Magen- / Darmerkrankungen und Geschlechtskrankheiten – an die man noch überhaupt nicht gedacht hatte. Wo ist eigentlich der Impfpass und welche Blutgruppe hatte man nochmal? Die Zeit, die eben noch so lang schien, schrumpft schnell und das Reisedatum scheint bedrohlich nah. Für eine wirksame Hepatitis – Impfung ist es jetzt schon zu spät, sagt der Doktor und ob man auf den Philippinen Malariaprophylaxe braucht, weiß er nicht. „Wir machen das einfach mal“, schmunzelt er, aber im Internet gibt es verschiedene Meinungen und wird unbedingt die Beratung durch einen Tropenmediziner empfohlen. Wie von selbst kommt plötzlich die Frage auf, ob und welche gefährlichen Tiere es auf den Philippinen gibt. „Gibt’s da Haie?“ fragt der Partner und zack, sieht man das kristallklare Wasser auf dem Foto in der Facebook – Gruppe mit ganz anderen Augen. Wie ist denn die Wartung von Tauchequipement auf den Philippinen? Können Sauerstoffflaschen explodieren oder plötzlich keinen Sauerstoff mehr geben? Welche Airline ist sicher? Braucht man eine Reisekrankenversicherung? Gibt es überhaupt Ärzte dort und wenn ja, auf welchem Stand sind sie?

Ja, es bleibt schwierig bis zum Schluss. Bis es endlich so weit ist, man eintaucht in das glückliche Chaos des Inselstaates und unter Voraussetzung eines einigermaßen gesunden Menschenverstandes merkt, dass man nicht viel braucht, um Teil dieser speziellen Atmosphäre zu werden. Eine kurze Hose, ein T-Shirt, Slippers und ein paar Unterhosen zum Wechseln hätten gereicht fürs Erste. Der Trolley wäre besser gewesen als der Luxus-Rucksack und viel Geld braucht man auch nicht in der Tasche. Endlich ist man angekommen, sagt artig das noch im Flieger gelernte „Maraming salamat po“ wenn der Guard die Tür in der Shopping Mall mit einem Grinsen aufmacht und einem an die Hüften fasst und versucht sich an das Klima zu gewöhnen. Schön ist es. Aufregend ist es. Und das Abenteuer beginnt.
Mabuhay po. It’s more fun in the Philippines. Just enjoy, pero ingat ka tlga, daming crocodile dto kasi eh. Kumakain ka na?

Stefan Ammon lebt auf den Philippinen in Bicol, Camarines Sur, Caramoan.

Über die Philipinnen hat er das Buch „Kuya Sam’s Philippinen FAQ“ (Ebook) sowie den Kriminalroman „Zielgerichtet in den Tod – Targeted Therapies“ (Ebook und Print) herausgegeben.
Die Bücher sind im Buchhandel und online erhältlich.