Die Philippinen – Handelspartner mit Zukunft für Deutschland

Wenn von boomenden Staaten in Ostasien die Rede ist, geht es meist um China, Vietnam, Indonesien oder Indien. Die Philippinen stehen etwas im Abseits der öffentlichen Wahrnehmung – zu Unrecht, denn das Inselreich hat sich zu einer der prosperierendsten Volkswirtschaften der Region entwickelt und bietet für den deutschen Außenhandel interessante Perspektiven.

Mit gut 100 Millionen Einwohnern gehören die Philippinen zu den bevölkerungsreichen Staaten. Die Filipinos sind jung – das Durchschnittsalter liegt bei 23 Jahren -, im Allgemeinen gut ausgebildet und verfügen über eine vergleichsweise hohe Kaufkraft. Das macht das Land zu einem attraktiven Absatzmarkt und lohnenden Produktionsstandort. Es gibt fast 65 Millionen Erwerbstätige im Land. Das Arbeitskräfteangebot ist deutlich größer als die Nachfrage und ein Grund, warum viele Filipinos – rund acht Millionen – im Ausland arbeiten. Alleine in Deutschland sind es geschätzt zwischen 20.000 und 40.000.

Viele Chancen erst zum Teil genutzt

Die allermeisten „Auslands-Filipinos“ bleiben ihrer Heimat aber verbunden und unterstützen ihre Familien dort mit Geldtransfers. Alleine 2015 wurden Geldbeträge von Deutschland in die Philippinen gesendet, die insgesamt rund 250 Millionen Euro umfassen. Die befinden sich bereits seit Jahren im Aufwind. 2015 erreichte das bilaterale Handelsvolumen rund 5,2 Milliarden Euro. Es wird dabei mehr von den Philippinen importiert als dorthin exportiert. Der Bestand deutscher Direktinvestitionen in dem Inselstaat beläuft sich auf über 700 Millionen Euro. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung rangiert Deutschland als Handelspartner hinter den großen Nachbarn der Region und den USA.

Es gibt noch Aufholpotential.

Die philippinische Wirtschaft ist durch dynamisches Wachstum gekennzeichnet, wie es für Schwellenländer typisch ist. Elektronik-Industrie und der Dienstleistungssektor tragen maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Ein Schwerpunkt liegt bei IT-Dienstleistungen. Auch in anderen Bereichen strebt das Land nach vorne. Eine wachsende Bedeutung besitzen die Philippinen als Tourismus-Ziel. Die Inselwelt des Landes bietet eine Vielzahl an Traum-Destinationen für Urlauber.

Auch Schattenseiten

Dabei darf nicht verschwiegen werden, dass es auch Schattenseiten gibt. Für Schwellenländer typisch herrscht eine große Kluft zwischen Arm und Reich, auf der Insel Mindanao tobt seit Jahrzehnten ein Konflikt mit muslimischen Rebellen und der aktuelle philippinische Präsident Duterte sorgt seit seinem Amtsantritt mit seiner radikalen Anti-Drogen-Politik für internationale Kritik.