Cebu – das bessere Manila? – Teil 1

Wer sich mit Cebuanos über „DIE da oben aus Manila“ oder auch umgekehrt unterhält, könnte schnell zu dem Schluss kommen, dass die beiden Ballungsgebiete Cebu City und die Metropole Manila, in unterschiedlichen Ländern liegen. Nicht nur, dass man in Manila Tagalog spricht und in Cebu Bisaya, auch kulturell scheinen die jeweiligen Einwohner einer anderen Art zu entstammen. Man macht auch kaum einen Hehl daraus, was man von der jeweils anderen Seite hält: entweder heißt das „hinterwäldlerische manierlose Provinzler“ oder die „hochnäsigen eingebildeten Tagalogs“! Der Graben zwischen den Inseln scheint tiefer als das trennende Meer dazwischen zu sein.

Regierungssitz Cebu - Foto Dariusz Oczkowicz

Regierungssitz Cebu – Foto Dariusz Oczkowicz

Aber unterscheiden sich die jeweiligen Einwohner wirklich so deutlich? Jedenfalls Fakt ist, dass auf viele Cebuanos die Manilanos etwas „kreativer“ bei der Beschaffung des Lebensunterhalts wirken, was sich bereits bei Manilas Zunft der Taxifahrer zeigt, bei denen man stärker auf der Hut sein sollte, um nicht beschi… zu werden.

Nicht, dass alle Taxifahrer in Cebu ehrlich wären, aber der Anteil der dreisten Betrüger ist doch erheblich geringer. Auch wirken die Menschen in den Visayas etwas freundlicher und gemütlicher.

Aber sie deswegen als zurückgebliebene Provinzielle zu bezeichnen, ist nicht nur unfair, sondern führt zu einer komplett unterschiedlichen Standorteinschätzung sowohl für Touristen, als auch für (Teilzeit-) Auswanderer.

Cebu aus Sicht der Ruheständler

In einem Artikel von „Yahoo! Finance“, der vom Philstar präsentiert wurde, beschreibt Yahoo! sogar Cebu als eine der besten Ruhestands-Oase weltweit. Diese Bewertung ergibt sich aus einer primär auf das Budget ausgerichtete Orientierung, bei der man seinen Ruhestand preiswert erleben möchte. Wörtlich lautet die Aussage des Autors, dass man in Cebu „für kleines Geld gut leben“ kann.

Der Bewertung lagen 12 Faktoren zugrunde, einschließlich Klima, Sprache (Englisch-Verständnis), Lebenshaltungskosten, Gesundheit und Infrastruktur. Der Artikel platziert Cebu an die Spitze der Liste der „günstigsten und trotzdem ansprechenden Städte der Welt“, in der ein Ausländer mit nur 1.250 US$ pro Monat leben könne. Laut dem Artikel ist Cebu eine „entwickelte“ Provinz in den Philippinen und hat einige der schönsten Naturlandschaften der Welt: Schmale Strände mit klarem blauen Wasser und Ebenen mit sanften Hügeln.

Als klaren Vorteil wird die Nähe zum ‚Mactan-Cebu International Airport‘ genannt, der es Pensionären ermögliche, zurück in ihre Heimat zu fliegen, wann immer sie es wollten. Auch sei es sehr einfach für Familie und Freunde zu einem Besuch zu kommen. Und bezogen auf die Lebenshaltungskosten in den USA, seien diese in Cebu extrem gering, so dass der Dollar einen etwa vierfachen Wert habe.