Sagada

Auf dem Weg nach Sagada: Halsema Highway

Auf dem Weg nach Sagada: Halsema Highway

Sagada in der Kordillera (Nord-Luzon):
Hängende Särge, Begräbnishöhlen, Reisfelder
und noch viel mehr …

Warum hängen Särge an einer Felswand? Als ich den Erklärungen der lokalen Führer zum ersten Mal lauschte, öffnete sich für mich eine völlig neue Perspektive auf Leben und Tod und vor allem den Umgang damit. Das hat natürlich auch etwas mit der Abgeschiedenheit von Sagada zu tun: Das Bergdorf mit seinen paar tausend Einwohnern liegt auf 1500 Metern mitten in der Kordillera – dem Dach der Philippinen im Norden von Luzon, der wichtigsten Insel der Philippinen. Mich verschlägt es immer wieder gerne nach Sagada und ein guter Grund ist leicht zu finden: Die Frische, die Natur, die so eigenwillig anderen Menschen – eigentlich fast alles!

Schon die Anfahrt ist ein Ereignis. Aus Manila kommend fahren viele Gäste über Baguio und dem spektakulären Halsema Highway, der sich über den Bergrücken der Kordillera windet und mittlerweile durchgängig mit Asphalt versehen ist. Wer dem Verkehr durch Baguio entgehen will, der fährt an der Küste hoch, macht einen kurzen oder längeren Stopp in San Juan La Union und fährt dann über spektakuläre Bergstraßen weiter in Richtung Sagada über Cervantes.

Flussdurchquerung bei Cervantes

Flussdurchquerung bei Cervantes

Dort ist die ‚längste‘ – weil seit Jahren im Bau befindlich – Brücke der Philippinen zwar immer noch nicht fertig und beim letzten Besuch haben wir mal wieder die Flussdurchquerung gewagt: Prompt geriet ich auf die falsche Spur und musste den Wagen zurück setzen. Das Wasser kündigte sich im Türbereich an und die Bodenfreiheit des SUV wurde auf eine harte Probe gestellt. Die Gespräche im Wagen verstummten, aber es ging gut! Alternativen gibt es natürlich: Wenn der Fluss eine Durchquerung nicht zulässt, kann man immer noch in Cervantes abbiegen und einen Schlenker über einen großen Teil der Halsema-Road machen.

In Sagada angekommen, muss man eine strategische Entscheidung treffen: Außerhalb wohnen oder direkt an der engen Dorfstraße.

Auf dem Weg nach Sagada: Halsema Highway

Auf dem Weg nach Sagada: Halsema Highway

Für mich kommt nur noch der Ortskern in Frage, ich will im ‚Zentrum‘ des Geschehens sein. Letztendlich hat die Straße im Sagada den großen Vorteil, dass ich überall die Neuigkeiten aus dem Umland aufschnappen und nach dem einen oder anderen Bier am Abend locker nach Hause gehen kann … Und am Morgen ruft gleich um die Ecke das Müsli mit Früchten im Yoghurt-House mit einem Kaffee aus der Region.

Das Echovalley ist immer ein guter Auftakt für eine Sagada-Tour. Es liegt nahe der St. Mary’s School und Kirche – gegründet 1912 und sie hat durchaus einen großen Anteil an den guten Englischkenntnissen der Einheimischen, darunter in der Mehrzahl Mitglieder des Stammes der Igorod.

Hängende Särge im Echo Valley

Hängende Särge im Echo Valley

Direkt neben dem Friedhof in der uns bekannten Form beginnt der Abstieg in die andere Welt der Totenbestattung – übrigens bitte immer mit einem einheimischen Führer. Zwar werden die Toten heute nicht mehr in dieser spektakulären Form oder in den Begräbnishöhlen beerdigt – auch dafür war St. Mary verantwortlich … – aber die Eigenwilligkeit der Menschen wird mehr als deutlich. Wir haben feste Führer, die mittlerweile zu Freunden geworden sind. Sie überraschen uns immer wieder mit neuen Details aus der kleinen-großen Welt von Sagada. Und dabei wird stets klar: Sagada ist Familie und Clan auf engstem Raum und da redet keiner rein, schon gar nicht die Bürokraten weit weg in Manila. Der Tourist dagegen ist sehr willkommen, denn durch den Verdienst mit den Gästen lässt sich auch die Unabhängigkeit etwas leichter pflegen.

Big Cave in Sagada

Big Cave in Sagada

Eine Wanderung in einer der zahlreichen Höhlen kann anstrengend werden, aber auch hier sind die Eindrücke überwältigend, ebenso wie der Gestank der Fledermäuse an einigen Stellen. Den besten Einstieg – im wahrsten Sinne des Wortes – bietet die Sumaging Cave (Big Cave) und wer es intensiver möchte, kann sich die unterirdische Verbindung zur Begräbnishöhle in gut drei Stunden erwandern oder besser: sich erarbeiten. Es gibt viele weitere Höhlen, aber dann muss man mehr Zeit mitbringen oder einfach wiederkommen.

Zur Abrundung des Besuchs in Sagada schlagen wir eine Wanderung durch die Reisfelder vor – beschaulicher und gemütlicher als in Banaue – und eine Tour über die Berghöhen mit Blick auf das Dorf und nach Illocos zur Küste runter.

In Sagada isst man gern und herzhaft

In Sagada isst man gern und herzhaft

Wir machen dabei gerne halt in Töpfer- und Webereien und sind immer wieder beeindruckt, was dieser Ort auf kleinem Raum so alles zu bieten hat.

Sagada: Für uns das schönste und vielfältigste Bergdorf der Philippinen!

Autor des Reiseberichtes:
Stephan
von Philstep.de

 

 

 

 

 

 

Weitere Bilder (zum Vergrößern anklicken):

Fels und Grün - Immer neue Perspektiven in Sagada

Fels und Grün - Immer neue Perspektiven in Sagada

Schöner als Banaue? Reisterassen in Sagada

Schöner als Banaue? Reisterassen in Sagada

Geheimtipp - Die verborgene Töpferei nahe Sagada

Geheimtipp - Die verborgene Töpferei nahe Sagada

'Cow Whisperer' - Bergrücken nahe Sagada

'Cow Whisperer' - Bergrücken nahe Sagada

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • WEBSITE: http://www.philstep.de
  • ANREISE: Empfohlen über Cervantes, nach Zwischenstopp in San Juan La Union
  • ZEITBEDARF: Ein Tag Anfahrt, ein oder zwei Tage Aufenthalt, ein Tag Rückfahrt
  • ZIELGRUPPE: Natur-, Kultur- und Erlebnistouristen
  • KOSTEN: Auf Anfrage, eine Sagada-Tour sollte gut geplant werden!