Pinatubo Craft Beer: Bier auf den Philippinen nach deutschem Reinheitsgebot

Interview mit dem erfolgreichen Auswanderer Michael Schittek über sein Pinatubo Craft Beer und seine Brauerei in Angeles City.

Michael von Pinatubo Craft BeerPhilippinen Magazin (PM): Wir sind hier bei der Pinatubo Brewery in Angeles. Wir sitzen mit dem Michael zusammen, bitte stell dich mal kurz vor.

Michael: Ja hallo, wie Du schon gesagt hast, ich bin der Michael. Ich lebe jetzt hier in Angeles seit zwei Jahren, kenne die Philippinen aber schon seit über 20 Jahren. Ich habe mich vor etwas mehr als zwei Jahren entschieden, dass ich mein Leben in Europa aufgebe, komplett hierher ziehe und auch weiter mein Hobby betreibe, Bier zu brauen.

PM: Das ist im Moment noch eine Sache, die sehr in der Nische hier passiert. Du hast ein tolles Bier. Du hast tolles Essen. Die Leute kommen hier her, obwohl Du hier sehr versteckt liegst. Es ist unter der Woche schon voll, was ist das Geheimrezept? Wieso funktioniert das?

Michael: Das funktioniert sicherlich aus dem Grund, dass wir gutes Bier brauen, ein anderes Bier, als das vermarktete Bier hier in den Philippinen. Und dieses Bier auch noch anbieten zu einem Preis, der auch für Leute in Pampanga erschwinglich ist. Und wenn du dich jetzt heute hier ein bisschen umguckst, das ist eher ein außergewöhnliches Bild, dass wir sehr sehr viele Ausländer hier drin haben. Wir haben normalerweise 60-70% Filippinos hier. Die kommen gerne zu uns. Die trinken gerne Bier, die essen gerne hier.

PM: Nun ist ja der Craft Beer Trend etwas, was eigentlich weltweit passiert, also in den USA, natürlich in Europa – Was ist der besondere Faktor auf den Philippinen?

Leckeres Bier von Pinatubo Craft BeerMichael: Auf den Philippinen ist es wahrscheinlich wirklich in sofern besonders, weil kommerziell gibt es ja eigentlich nur zwei Auswahlmöglichkeiten zwischen zwei Firmen. Du hast ein Marktbeherrschenden, der im Prinzip das ganze Geschäft hier betreibt. Du hast einen, der einen kleineren Marktanteil hat, gewisse Anteile hat, der aber eigentlich mehr oder minder versucht, den marktbeherrschenden Player zu kopieren. Das heißt im Prinzip ist deine Auswahl an dem, was du trinken kannst, sehr limitiert. Diese zwei Firmen, aus meiner Sicht, versuchen billig ein alkoholisches Getränk zu produzieren. Dieses ist trinkbar, es ist z.T. sogar gut. Aber es ist nichts besonderes.

PM: Was sind die Biere, die hier auf den Philippinen gehen? Was trinken die Leute? Wer trinkt was? Das süffige eher; wir haben hohe Temperaturen, es ist heiß; vielleicht wird eher etwas getrunken, was leichter ist oder wie sieht das aus?

Michael: Das unterscheidet sich das ganz stark je nach Kunde. Wenn die Kunden eher Ausländer sind, die greifen dann mal eher auf ein Weizen zurück oder auf ein Lagerbier oder sowas. Eher etwas, was so in diesen fünf Prozent-Gegenden liegt. Bei den Filipinos sieht man sehr oft, dass sie den Hang zum starkprozentigen Bier haben. Die wollen wirklich Biere, die reinknallen, die Bass geben.

PM: Also trotz der hohen Temperaturen auch dann Alkoholgehalt und wo es dann richtig „Rumms“ macht. Ich hätte jetzt gedacht, dass vielleicht eher so fruchtige Biere oder sowas mehr laufen?

Alle Biere von Pinatubo Craft BeerMichael: Nein, nicht unbedingt. Wir haben ein sehr fruchtiges Bier im Angebot, das läuft okay, aber ist mit Sicherheit unter ferner liefen unter all den Bieren, die wir haben. Grob gesagt: Ausländer gehen eher so Richtung Pils, Lager oder ein schönes Weizen. Die Filipinos gehen Richtung IPAs, gehen Richtung Bockbiere, gehen Richtung Weizen-Bockbiere. Das ist das, was die Filipinos mögen.

PM: Kleiner Ausblick – wo geht die Reise hin? Ich meine, das Potenzial ist da noch grösser zu werden, aber es ist ja auch immer die Frage, wie viel will man, wie groß will man werden? Also, wo geht die Reise hin?

Michael: Das ist eine Frage, die ganz ganz schwierig zu beantworten ist und da kämpfe ich im Moment mit mir sehr sehr stark. Wir sind jetzt nahezu an der Kapazitätsgrenze, von dem was wir machen können, was wir verkaufen. Ich habe das ursprünglich alles mal als Hobby begonnen. Inzwischen arbeite ich acht bis zehn Stunden am Tag, das war nicht die ursprüngliche Idee. Ich kämpfe mit mir.

PM: Das heißt man kann noch nicht genau sagen, wo die Reise hingeht und bis dahin trinken wir noch ein gutes Bier.

Michael: Klar ist, es wird weiterhin gutes Pinatubo Craft Beer geben, alles andere wird die Zukunft zeigen.

PM: Dankeschön, viel Erfolg und…. PROST!

Weitere Informationen und wo die Brauerei zu finden ist:
www.pinatubocraft.com
Facebook: Pinatubo Craft Beer
info@pinatubocraft.com