Dem Paradies in Caramoan auf der Spur

Lesen Sie heute den zweiten Teil des Reiseberichts über Caramoan in Süd-Luzon. Stefan Ammon von den Crazy Coconut Cottages in Caramoan berichtet.

Weitere Wasserfälle gibt es vor allem im Barangay Hanopol, wo auch der Hanopol Damm ist. Allerdings ist es schwer einen Guide für das Gebiet zu finden. Bei Interesse helfe ich gerne. Der Hanopol Damm bzw. der sich dahinter befindende Stausee ist eine grüne Oase, die nach bereits wenigen Minuten stressmindernd wirkt. Paddelt man den Stausee hinauf wird man umsäumt von Kokosnuss-Bäumen und das Grün des Waldes spiegelt sich im Wasser wieder, was auch dieses grün erscheinen lässt. Das Wasser ist glasklar, sehr weich und lädt zum Schwimmen ein. Man kann dort auch ein Hausboot mieten, grillen oder einfach ein gutes Buch lesen und natürlich angeln. Besonders morgens lassen sich dort Tilapia fangen, die gegrillt oder in der Pfanne gebraten eine Delikatesse sind. Interessante Wasserfälle dort in der Gegend sind der Layahan Falls, der Pugsad Falls und ein Noname – Falls, den ich mit Pusa – Falls benannt habe, was mittlerweile von anderen übernommen wird. Der Pusa Falls hat mehrere Becken und man kann mit etwas Klettergeschick zu den jeweils höheren Becken gelangen. Beide Fälle sind gut geeignet, um gewagte Sprünge in die Becken zu machen. Besonders der Pugsad Falls hat tiefe Becken und gewaltige Felsen säumen ihn. Ach übrigens ist der Barangay Hanopol auch ideal für ausgeweitete Spaziergänge und für Hiking Touren. Hier findet man Ruhe und trifft fast nie Touristen.

Paradies Caramoan

Höhlen auf Caramoan lassen immer wieder Goldsucher hoffen, dass dort doch noch japanisches Gold aus dem Zweiten Weltkrieg zu finden ist. Es gibt zahlreiche Höhlen. Für Touristen ist vor allem die Umang Cave interessant, die sich am südlichen Rand des Strandes von Paniman befindet. Wer hier einen Guide sucht, wendet sich am Besten an die Besitzer der Mushroom Bar, die die Umang Cave bestens kennen. Die Mushroom Bar ist das letzte Resort auf der südlichen Seite des Strandes. Auch das Umfeld der Umang Cave ist sehr sehenswert, wird aber nur von äußerst wenigen Touristen besucht. Selbst die meisten Einheimischen kennen das Gebiet nicht. Ich empfehle eine Kanutour den Fluss hinauf zu machen und dann bei der ersten Abzweigung rechts abzubiegen. Es ist überraschen wie lange man den relativ kleinen Fluss hinauffahren kann und wie schön und idyllisch die Landschaft ist. Von Schilf- und Sumpfgewächsen umrandet windet sich der kleine Fluss durch groteske Felsformationen hindurch und endet letztlich fast mitten im Dorf Paniman. Übrigens kann man hier im Schilfgebiet hervorragend Shrimps und essbare Muscheln fangen.

Weiteres Abenteuer kann man beim Underground River (Bulangbugang) von Caramoan erleben. Ein kleiner Sari Store und Kubos sind am Rande eines Flusses aufgebaut, der in den Felsen hineinführt. Man kann hier baden und in den Fels hineinschwimmen. Licht gibt es keines, so dass man sich mit einer Kopflample ausstatten sollte. Im Berg ist es stockfinster, es gibt zahlreiche Fledermäuse und wenn man das Licht ausschaltet, sieht man die Hand vor Augen nicht mehr. Es ist abenteuerlich, aber es gibt nichts Gefährliches in der Höhle. Außer vielleicht die z. T. messerscharfen Felskanten, vor denen man sich in acht nehmen sollte. Hat man die Höhle lang genug erkundet kann man sich zu einem kühlen Bier in ein Kubo setzen oder auch Videoke singen.

Caramoan ist auch bekannt, weil hier die TV-Aufnahmen für die Serie Survivor für viele Länder gemacht werden. Man muss keine Angst haben, dass das Produktionsteam oder die Aufnahmen in irgendeiner Form die Möglichkeiten Caramoans einschränken. In aller Regel sieht man nichts von den Aufnahmen, es kann höchstens mal passieren, dass eine Insel mal für ein paar Stunden gesperrt wird. Aber das ist eine Ausnahme und passiert eher selten. Das Team hält sich während der monatelangen Aufnahmezeiten in Gota Village auf, einem abseits gelegenen künstlich konstruiertem Dorf mit 178 komfortablen Holzhütten. Während der Survivor – Perioden ist das Dorf für die Öffentlichkeit gesperrt. Sonst kann man auch dort Übernachtungsmöglichkeiten finden, wobei Gota Village weit weg von allem ist und nur einen sehr kleinen Strand bietet, der allerdings durchaus schön ist. Wenn kein Team in Gota Village ist, kann man das Dorf auch besichtigen, wobei meistens ein Eintritt gefordert wird.

Caramoan Süd-Luzon

Wer einen atemberaubenden Ausblick über den tropischen Wald und auf die Inseln vor Caramoan genießen möchte, muss sich vorab ein bisschen anstrengen. 526 Stufen zählt der Aufstieg zur Statue der Lady of Peace Grooto, einer Marie – Statue auf einem Gipfel vor dem Dorf Tabgon. Der mühsame Aufstieg lohnt sich, obwohl man unterwegs daran zweifelt weil die Stufenabstände immer höher werden. Mein Tipp für alle Männer: Das T-Shirt vor dem Aufstieg ausziehen – sonst ist es später klatschnass. Für die Damen habe ich leider keinen entsprechenden Tipp.

Ich habe hier nur den wesentlichen Teil der Möglichkeiten für Aktivität und Sehenswürdigkeiten aufgeführt. Alles würde den Rahmen sprengen. Wir haben insgesamt 9 Wasserfälle auf unserer Tourenliste und es gibt sicherlich mehr als 10 Höhlen auf Caramoan. Es wird also nie langweilig.

Übrigens: Die lange Anreise und / oder die Abreise kann man durchaus interessant gestalten. So führen z. B. alle Wege über Naga und Naga ist wirklich einen Aufenthalt von mindestens einer Nacht wert. Jede Nacht spielen etliche Livebands in gemütlichen Kneipen, wo man auch hervorragend die bicolanischen Leckereien genießen kann. Auch der Rizal Plaza mitten in der Stadt ist es wert am Abend besucht zu werden und wer baden und relaxen möchte, dem empfehle ich unbedingt die Panicuason Hotsprings nicht auszulassen, die sich ca. 30 Minuten von Naga entfernt am Fuße des Mount Isarog befinden. Ganz in der Nähe der Hotsprings gibt es ebenfalls einen sehr schönen und hohen Wasserfall. Der Mabsay Falls hat ein großes und tiefes Becken, kristallklares, eiskaltes Quellwasser und wunderschöne Umgebung. Der Mount Isarog ist eines der größten tropischen Regenwald – Gebietes der Philippinen und dort ist alles natürlich gewachsen und nicht künstlich angelegt. Und auch der Mount Mayon bei Legazpi ist nur zwei Autostunden von Naga entfernt. Er ragt imposant über 2000 Meter in den Himmel und ist einer der aktivsten Vulkane der Philippinen. Mein Tipp am Mt. Mayon: Eine ATV Tour hoch auf den Vulkan. Müsste ich allerdings wählen, so würde ich dem Isarog – Gebiet immer den Vorzug geben. Wer mehr über die Möglichkeiten dort wissen möchte, darf mich gerne kontakten.