Motorradtour durch Nord-Luzon auf den Philippinen

Anja Kieweg nimmt uns auf eine Motorradtour durch die philippinische Kordillera auf Nord-Luzon.

Ein Bericht in drei Teilen, viel Spass!

Motorradtour auf den Philippinen

Wow! Endlich Meeresrauschen und Sandstrand! Nach langem Flug und Transfer nach San Juan/La Union kommen wir morgens um vier müde aber glücklich und erwartungsvoll im Hotel Final Option in San Juan an. SCHLAFEN! Dank schönen und AC-gekühlten Zimmern eine Wohltat. Wenige Stunden später inspizieren wir den Strand und übernehmen später die „Motorräder“. Falls man eine Honda XR 200 so bezeichnen möchte.

Für mich ist diese Maschine völlig o.k., denn meine intensiveren Bikerjahre liegen ca. 20 Jahre zurück. Familienzeit, berufliches Settlement… Zu Hause bin ich nur kurz vor dieser Reise mal wieder auf meine XT 250 gestiegen, sie hat nun tatsächlich fast 20 Jahre unbenutzt im Heizungskeller verbracht….

Diese Tour wird also für mich ein echtes Revival werden! Ich freue mich sehr auf diese exotischen Berge und die legendären Reisterrassen von Nord-Luzon! Über PhilStep haben wir uns von Stephan eine Tour planen und buchen lassen.

San Juan La Union auf Nord-Luzon

Die erste XR ist soweit ok, Tacho zeigt ca. 20.000 km. Die andere ist eine ziemlich alte Mühle! Der Reifen hat nur sehr wenig Profil, die Bremsen sind nicht besonders und die Kupplung kommt erst im letzten Viertel…. Ich teste die Höhe der Sitzposition auf beiden Maschinen und entscheide mich für die „Mühle“, weil sie, wie wir bei Stefan im Vorfeld geordert hatten, das niedriger eingestellte Federbein hat. Die erste Fahrt geht gleich durch den quirlig-chaotischen Verkehr auf der Hauptstraße zum nächstgrößeren Ort San Fernando. Dort gibt es eine „Mall“, in der Hubert sich ein Philippinisches Prepayed-Handy kauft.

Damit können Tourguides, Hotelrezeptionen etc. einfach und günstig erreicht werden. Nicht selten rufen die Philippinos bei ausländischen Telefonnummern nicht zurück, vermutlich scheuen sie die Kosten. In der Mall essen wir gleich zu Mittag, es ist angenehm kühl dank der Aircon.

Am nächsten Morgen starten wir frühzeitig. Es ist noch nicht sehr heiß, doch wir schwitzen schon enorm in unseren langen Hosen und Hemden. Sonnenschutz ist aber dringend nötig, auch wenn der Fahrtwind irgendwann nur noch als heiß empfunden wird und der Schweiß den Rücken hinunterrinnt.

Strand Philippinen

Zuerst folge ich Hubert, der ja schon etwas erfahren ist, was den philippinischen Straßenverkehr angeht. Bald aber fahre ich voraus, so kann ich Tempo und Überholmanöver bestimmen – ohne Stress! Verfahren können wir uns nicht, es geht erst mal 40 km geradeaus Richtung Norden auf der Hauptstraße. Ich bin sehr beeindruckt vom Verkehrsgeschehen und wie leicht man darin mitschwimmen kann.

Klar, höchste Aufmerksamkeit ist gefordert: Chicken, children and dogs are crossing! Doch irgendwie klappt alles, die Fahrer kommunizieren mit der Hupe und achten aufeinander ohne Aggressionen. Die Menschen am Straßenrand sind wohl an die vorbeidonnernden LKWs, Jeepneys, Mopeds und Tricycles gewöhnt. Ihre Hütten und Häuser sind sehr dicht an die Straße gebaut, es gibt nur einen schmalen Schotterstreifen neben der Betonstraße. Geschwindigkeiten um die 50 – 60 kmh sind hier Maximum, selten mal können wir etwas Gas geben und schaffen kurzfristig 80 kmh.

Fotos: Anja und Hubert Kieweg