Mit dem Motorrad zu den Reisterrassen

Zweiter Teil: Mit dem Motorrad zu den Reisterrassen, hier finden Sie den ersten Teil.

Mit dem Motorrad zu den Reisterrassen

An der Provinzgrenze von La Union zu Ilocos biegen wir zum Besang-Pass rechts ab. Und gleich wird es ruhiger. Jetzt nehme ich auch die Landschaft wahr. Schöne ländliche Gegend, etwas ausgetrocknete Wiesen und Felder. Ab und zu sehe ich ein klapprig-dürres Rind in der sengenden Sonne angepflockt. Und überall Hühner. Glücklich stolzieren sie herum, oft mit ihrem Nachwuchs und dem bunten Gockel dabei.

Wir machen Halt und kaufen kühle Colas in einer der unzähligen kioskartigen Hütten am Straßenrand. Hier gibt es auch Snacks in Tüten, selbstgemacht oder die USA-importierte Variante. Meist gibt es auch Benzin in Flaschen abgefüllt, das Tankstellennetz ist aber durchweg gut. Man braucht sich keine großen Sorgen um die Tankfüllung zu machen.

Bald wird die Straße kurviger und steiler. Der Belag wechselt immer wieder. In Bereichen wo ein Waldbrand war, ist der Asphalt zusammengeschmolzen, manchmal sind Längsrisse vorhanden, manchmal ist der Beton aufgebrochen. Ich bin froh, eine Enduro zu fahren, passt irgendwie gut hierher. Die Windungen werden enger, manchmal verdammt eng! Wow, ich habe noch nie solch kurvige Straßen erlebt! Wir schwingen die Maschinen nur noch hin und her und jauchzen vor Fahrfreude. Vor allem: Es begegnen uns kaum Fahrzeuge, die Landschaft ist grandios und die Temperaturen werden angenehmer, je weiter wir in die Höhe kommen.

Strassen auf Nord-Luzon auf den Philippinen

Langsam tut mir der Hintern weh, wir steigen ab, Hubert macht Fotos. Er ist sowieso wild am Knipsen. Die schwere Kamera um den Hals, drückt er während der Fahrt einfach immer wieder ab….

An der Passhöhe wabern ein paar Wolken herum, wir sind froh etwas Schatten zu haben. Dann geht es abwärts, genauso kurvig, genauso genussvoll, der Ausblick ins Tal ist grandios. Unser Etappenziel heißt Cervantes.

Eine Kleinstadt in diesem landwirtschaftlich geprägten Talboden. Wir essen in der Eatery bei der Markthalle mit vielen Lokals zusammen Reis mit Vegies oder Fleisch. Es gibt kühle Getränke und viele neugierige, freundliche Blicke.

Am Markt vertreten wir uns etwas die Füße und bestaunen die ungewöhnlichen Produkte im Angebot. Vieles müssen wir erfragen, Hubert fotografiert und die netten Menschen erklären uns strahlend und stolz ihre farbenfrohen Auslagen.

Mit dem Motorrad auf den Philippinen

Bald aber wird es uns zu heiß und wir steigen wieder auf die Bikes. Ein weiterer Pass liegt vor uns, wir haben das letzte Drittel der Tagesetappe noch zu schaffen. In der Mittagshitze queren wir den Talboden und schrauben uns dann wieder in die Höhe. Unterwegs werden wir von Baustellen überrascht. Umleitungen über mit Brettern belegte Brücken und beeindruckende Schotterpisten meistere ich aber locker und wundere mich selbst darüber! Alles easy going, dank der kompakten Motorräder.

Manchmal müssen wir unser GPS-Gerät bemühen und uns vergewissern, dass wir noch auf der richtigen Route sind. Die Haupt-Touristenorte sind meist angeschrieben, doch wir steuern den Ort Sagada an, der etwas abseits liegt. Am frühen Nachmittag kommen wir an, müde, staubig und hungrig checken wir im vorgebuchten Guesthouse ein. Warme Dusche, einheimischer Kaffee und wir fühlen uns, als wären wir in den Himmel hinaufgefahren!

Bilder: Hubert und Anja Kieweg