Ruhestand auf den Philippinen: Wie mache ich das?

28. April 2016 – Das Interesse an einem Ruhestand auf den Philippinen nimmt stetig zu, ein Plätzchen im Warmen auf einer der vielen Inseln scheint verlockend.

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Doch sind die Philippinen wirklich die richtige Wahl? Viele Faktoren sind bei der Entscheidung zu berücksichtigen. Wir haben sechs entscheidene Bereiche herausgegriffen:

Visa, Einkommen, Lebenshaltungskosten, Wohnort, Unterkunft und medizinische Versorgung.

Grundsätzlich empfangen die Philippinen potenzielle Rentner mit offen Armen. Mit der Philippine Retirement Authority hat die Regierung sogar eine spezielle Abteilung innerhalb der Tourismusbehörde geschaffen. Ein grosser Vorteil: Überall wird Englisch gesprochen.

Doch zuvor sollte man sich online informieren, die Seiten der Behörden und viele Diskussionsplatformen befassen sich mit Themen rund um Pensionäre.

Lebenshaltungskosten
Im jährlichen Global Retirement Index liegen die Philippinen immer unter den besten 25 Ländern. Und das liegt auch an den geringen Kosten, etwas auf dem Niveau von Ecuador, Thailand, Belize, Guatemala und Kambodscha. Nur zwei Länder sind noch günstiger: Vietnam und Nicaragua.

Grundsätzlich sind Unterkunft – je nach Lage natürlich – und einheimische Lebensmittel günstig. Teuer sind dagegen importierte Lebensmittel. Aufpassen muss man bei der Infrastruktur, da greifen die Monopole gerne in die Tasche, Internet und Strom sind weniger billig. Auch ein Auto kann ins Geld gehen, zumindest bei den Spritkosten.

Visa
Als Pensionär kann man ein Special Resident Retiree’s Visa (SRRV) erhalten. Sehr beliebt ist das SRRV Classic. Bei einem Alter von 50+ und mit 10 000 US Dollar ist man dabei, wenn mann eine Rente vorweisen kann, sonst muss man 20 000 Dollar auf den Tisch legen.

Die gute Nachricht: Das Geld wird auf ein Bankkonto eingezahlt und kann später für eine Investition eingesetzt werden, sofern die Investition insgesamt bei mindestens 50 000 Dollar liegt.

Einkommen und Rente
Der Nachweis einer Rente muss erbracht werden. Man kann sich die Rente dann direkt auf die Philippinen schicken lassen.

Wohnort
Die Frage des Wohnorts ist eine sehr persönliche. Es gibt 80 Provinzen, 17 Regionen und 138 Städte auf den Philippinen.

Die Infrastruktur an Orten wie Cebu oder Manila kann ein Argument sein, die Lebensqualität ist aber oft in kleineren Städten in den Provinzen besser.

Unterkunft
Eine gemietete Unterkunft ist für den Start die richtige Wahl. Dann kann man in Ruhe nach einer längerfristigen Wohnmöglichkeit suchen. Allerdings: Ausländer können kein Eigentum auf eigenem Land erwerben.

Medizinische Versorgung
Dieses Thema kann die grössten Kopfschmerzen bereiten. Die bestehenden Versicherungen können selten eingesetzt werden. Medizinische Dienstleistungen sind grundsätzlich günstig, können aber bei mangelnder Absicherung sehr teuer werden. Eventuell sollte eine lokale Versicherung abgeschlossen werden. Und immer beachten: In der Provinz kann die medizinische Versorgung rückständig sein.

Auf einen Blick
Die Philippinen sind ein günstiger Altersruhesitz, aber es gibt Einschränkungen beim Erwerb von Wohneigentum. Die medizinische Versorgung kann teuer werden und ist sehr vom Wohnort abhängig.

Angenehm ist, dass man von der philippinischen Regierung gerne empfangen wird. Und von den meisten Filipinos auch, sofern man selbst mit offener Art an die Sache rangeht. Aber das ist ein anderes Thema.