Palawan: Der Traumstrand von Nagtabon – Fotogeschichten

Fotos und Reisenotizen von Dariusz Oczkowicz:

Endlich raus aus der Stadt. Es ist Anfang Februar. Die Saison hat noch nicht begonnen, aber wann beginnt auf Palawan eigentlich die Saison? Monsunausläufer streifen noch die Insel. Gestern hat’s noch geregnet, heute herrscht Sonnenschein vom Feinsten. Ich bin voller Energie und Zuversicht. Es ist mir gelungen, eine gute XR200 zu mieten und die Reise beginnt.

Noch kämpfe ich mit dem Verkehr an der Ausfallstraße nach Norden, aber ich weiß: mit jedem Kilometer wird die Verkehrsdichte abnehmen und schließlich gleite ich auf dem North Palawan Highway den Bergen und Stränden entgegen. Was für ein Gefühl!

Palawan: Traumstrand von Nagtabon

Palawan: Traumstrand von Nagtabon

Bald lasse ich die Tiefebene an der Honda Bay rechts liegen. Die Straße wird bergig. Klar: Palawan, das sind eben Berge und Flüsse und Dschungel und… ein Traumpanorama folgt dem anderen. Kaum habe ich mich an die Hügel im Inselinneren gewöhnt, schon erscheint am Horizont Cleopatra Needle.

In den Ebenen der Ostküste scheint die Landwirtschaft in den Dschungel vordringen zu wollen. In den Bergen hingegen ist die tropische Vegetation erbarmungslos.

Dabei ist Palawan eine lange aber erstaunlich schmale Insel. An der breitesten Stelle gerade mal 40 km, bei einer länglichen Ausdehnung von 450 km. Dennoch reichen die Gipfel der Bergkette, welche sich entlang der Insel zieht, an die 2100m. Das macht die Insel so unzugänglich und gleichzeitig einzigartig interessant.

Ich verlasse die Hauptstraße und fahre gen Westen. An einem gigantischen Baum geht es nach links durch das schmucke, saubere Barangay Bacungan. Die Straßen im Inneren sind sehr gut ausgebaut. Selbst im Barangay sind sie betoniert und der Ausbau der Infrastruktur geht unvermindert weiter. Doch eine Straße durch den palawanesischen Dschungel zu bauen ist ein schwieriges Unterfangen. Für einige Kilometer ist der Belag tadellos, dann beginnen die Arbeiten.

Eine schlangenartige Betonpiste wird in die Hänge der Berge gegossen, breit genug um zwei kleine Autos passieren zu lassen. Die Steigungen sind enorm. Ich schalte mein Motorrad in den zweiten Gang und taste mich voran. Jetzt wird nur noch eine Spur gebaut, die Steigung reicht an die 20%. Links der Straße, an einer Lichtung, haben die Bauarbeiter eine Art Lagerplatz eingerichtet.

Ich fahre in die kleine Bucht, steige ab und mache das Bild.

Die Küstenlinie von Palawan mag auf der Karte zwar glatt und zahm aussehen, aber in Wirklichkeit ist sie von Buchten, Felsen, Brandungen und Stränden gesäumt wie wohl kaum eine andere in der Welt. Mögen die Berge der Insel noch wie „die letzte Barriere“ wirken, dahinter liegt ein Land wie man es sich schöner kaum träumen lassen kann. Von meinem Aussichtspunkt erblicke ich das Paradies, aber ich spüre, dass ich selbst ein Vorbote der sich nähernden Zivilisation bin.

Natur- und Landschaftsliebhaber, welche die Insel noch nicht für sich entdeckt haben, mögen sich beeilen…

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