Baler: Wo die Philippinen auf den Pazifik schauen

9. Januar 2016 — Mit dem Bus dauert die Reise von Manila nach Aurora, der östlichsten Provinz von Zentral Luzon, etwa fünf Stunden, mit dem Auto geht es etwas schneller.

Blick auf den Pazifik - Foto: Mark Mabanag

Blick auf den Pazifik – Foto: Mark Mabanag

Klingt nach einer aufwendigen Anreise, aber vor zehn Jahren dauerte es fast doppelt so lang.

“Als ich zum ersten Mal als Abgeordneter für Aurora in 2004 gewählt wurde, war ich 9 bis 10 Stunden bis nach Manila unterwegs”, so Sonny Angara. „Aber seit die Strassen ausgebaut und der Subic-Clark-Tarlac Expressway eröffnet wurde, hat sich die Fahrzeit halbiert.“

Verbesserung kam vor allem durch die Pantabangan-Canili-Basal-Baler Strasse, welche direkt durch das Gebirge der Sierra Madre geht und dann sanft zur Küste hin herunter führt.

Die verbesserte Infrastruktur hat in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme des Tourismus bewirkt, nicht nur in Baler, sondern auch in den angrenzenden Dörfern.

Die Zahlen sind beeindruckend: „Vor 2007 hatten wir rund 10 000 Gäste pro Jahr hier in der Region. Letztes Jahr waren es 272 000 und allein im ersten Quartal in diesem Jahren kamen 358 000 Touristen“, so Michael Palispis, der verantwortliche Tourismus Manager der Provinz Baler.

Die Berge sind immer nah - Foto: Mark Mabanag

Die Berge sind immer nah – Foto: Mark Mabanag

Die Hauptattraktion von Baler ist klar: Natur pur!
„Viele Menschen sagen, so sahen die Philippinen noch in 60er Jahren aus, bevor Bäume gefällt wurden. Das Meer ist sehr sauber. Das beeindruckt die Menschen. Sie entkommen dem urbanen Dschungel und können durchatmen”, so Sonny Angara.

Baler, auch Geburtsort des früheren philippinischen Präsidenten Manuel L. Quezon, blickt Richtung Osten auf den pazifischen Ozean. Im Rücken liegt die mächtige Sierra Madre, deren Ausläufer bis zur Küste herunter reichen.

Ein historischer Pfad geht von dem wieder aufgebauten Haus Doña Aurora Aragon Quezon zur katholischen Kirche von Baler, wo spanische Truppen erst ein Jahr nach der Übergabe der Philippinen von Spanien an die USA ihre Waffen niederlegten, zum Museum von Baler, wo ein Teil des Nachlasses von Quezon ausgestellt ist.

Eine Ecotour in und um Baler sieht in etwa so aus: Eine halbe Stunde Wanderung zu den Ditumabo Wasserfällen in der Nähe des Dorfes San Luis oder zu den Dimasalang Wasserfällen in Maria Aurora. Später geht es zu den Dicasararin Höhlen im Dorf Zabali bei Baler. Palispis: „Das Motto des Konzepts ist von den Spitzen der Berge bis hinunter zum Meer und alles dazwischen!“

Traditionelles Leben - Foto: Mark Mabanag

Traditionelles Leben – Foto: Mark Mabanag


Baler ist auch der Geburtsort der philippinischen Surfszene. In den 70er Jahren wurden bei Dreharbeiten Surfbretter hinterlassen und die lokalen Jungs gingen damit dann in die Wellen.

Das Kinagunasan Festival im Februar, während der “Tag von Aurora” Feierlichkeiten, weist aber auch auf eine gefährliche Seite des Meeres hin. Kinagunasan wurde bei einem Tsunami in 1735 komplett zerstört und sieben Familien gründeten dieses Dorf komplett neu.

Auch die Taifune treffen zwischen Juli und Oktober oft direkt und ungebremst auf die Küste. Die Menschen haben gelernt damit zu leben, viele sagen auch, dass das Land und die Menschen durch die Kraft der Natur geformt wurden.

Die spannende Aufgabe für die Region ist jetzt, den Tourismus Boom in nachhaltige Bahnen zu lenken. Schnorcheln, Kayaking und Tauchen werden künftige Attraktionen sein.

Neue Hotels werden gebraucht, aktuell gibt es nur etwa 3000 Betten. Aber Privatpensionen sind eine Option und mehr und mehr Unterkünfte werden jetzt angeboten.

Natur pur in Baler - Foto: Mark Mabanag

Natur pur in Baler – Foto: Mark Mabanag

Und jetzt gibt es auch eine neue Flugverbindung nach Baler, Skyjet Airlines fliegt von Manila nach San Luis in knapp unter einer Stunde.

Laut Tourismusmanager Palispis kann Aurora nur zum Erfolg werden: “ Wir haben Strände, Surfen, Whale Sharks und Delphine. Die Unterkünfte und das Essen sind günstig, die Menschen freundlich.“

Aber das grösste Argument für Aurora ist die Natur der Region selbst:

Wer in Baler mit den prachtvollen Bergen im Rücken auf den Pazifik blickt, der ist sich bewusst, an einem der schönsten Plätze der Philippinen zu stehen.

Quelle: Inquirer