Jeepney auf den Philippinen – Wie geht es weiter?

30. November 2015 – Der Jeepney auf den Philippinen ist eine nationale Ikone und ein Symbol für das Land der über 7000 Inseln.

Jeepney auf den Philippinen

Die farbenfrohen und phantasievollen Gefährte prägen das Bild auf den philippinischen Strassen. Dabei war der Jeepney auf den Philippinen eigentlich eher das Ergebnis einer chaotischen Situation nach dem 2. Weltkrieg.

In der von den japanischen Invasoren befreiten, aber auch in weiten Bereichen zerstörten Hauptstadt Manila war der Nahverkehr komplett zum Erliegen gekommen.

Das System der Strassenbahnen (Tranvia) war kaputt, sowohl die Schienen, als auch die Oberleitungen. Es hätte Jahre gedauert, die Bahnen wieder in die Spur zu bringen.

Die kreativen Pinoys entdeckten eine bessere und schnell umzusetzende Option. In der ganzen Stadt waren endlos viele Jeeps der amerikanischen Armee zu finden. Die Amerikaner wollten diese zur Beseitigung gar im Meer versenken.

Doch findige Bastler bauten daraus die ersten Nahverkehrsmittel, der Jeepney auf den Philippinen war geboren. Und aus einer eher kurzfristigen Lösung wurde ein wichtiger Bestandteil des Transportsystems.

In punkto Farben, Formen und Musik gab es bald keine Grenzen mehr, der Jeepney wurde oft zum Ausdruck der Persönlichkeit des Betreibers oder Fahrers.

Und für viele Besucher der Philippinen gehört das Gefährt einfach zum Land dazu.

Aber was wird die Zukunft bringen? Der Jeepney ist in Gefahr und vielleicht ist das auch gut so.

Oft mit alten Dieselmotoren betrieben ist der Spritverbrauch und die Umweltverschmutzung eines Jeepney mit 16 Plätzen oft mit der eines grossen modernen Busses mit über 50 Plätzen vergleichbar.

Und die bunten Gefährte bringen den Verkehr oft zum Erliegen, das plötzliche Stoppen an allen Ecken und Enden stoppt den Verkehrsfluss. Gleichzeit muss der Fahrer – welche Überraschung – natürlich seinen Jeepney steuern, aber auch gleichzeitig Geld kassieren. Hinzu kommt eine Einstellung unter den Fahrern, sich oft als „King of the road“ zu sehen.

Und sicher sind die Jeepneys auf keinen Fall. Das liegt einerseits oft am technischen Zustand, andererseits an der Bauart nach dem Prinzip Blechdose.

Aber – und das wird die Freunde des Jeepney auf den Philippinen beruhigen – solange es keine besseren Lösungen sowie die entsprechenden Rahmenbedingungen und Investitionen gibt, wird der Jeepney weiter rollen!