Caramoan in Süd-Luzon: Unterwegs auf der Southroad

Caramoan in Süd-Luzon ist immer noch ein ganz besonderer Platz auf den Philippinen. Wir sind unterwegs auf der berühmten Southroad mit Stefan Ammon, dem Macher der Crazy Coconut Cottages in Paniman, Caramoan. Lesen Sie heute den ersten Teil.

Caramoan Southroad

Nur zwei Wege führen nach Caramoan, einem der schönsten Plätze auf den Philippinen, der immer noch eher als Geheim-Tipp gilt. Für beide Wege braucht man etwas Zeit. Per Boot kann man ab Sabang Port fahren, wobei man ca. eine Stunde von Naga City nach Sabang benötigt und dann weitere zwei Stunden bis nach Guijalo Port. Nach weiteren 30 Minuten z. B. mit dem Tricycle ist man dann am Strand von Paniman, dem idealen Ort um alle Ausflüge wie Island – Hopping oder Inland – Touren zu starten.

Über den anderen Weg handelt dieser Text – die sogenannte Southroad verbindet Caramoan mit dem Rest der Philippinen. Caramoan ist eine Halbinsel in der Region Camarines Sur, Bicol im Süden von Luzon, die sich zwischen der Philippinensee und dem Golf von Lagonoy erstreckt. Im Osten liegt der Maquela – Kanal zwischen Caramoan und Catanduanes. Die Southroad ist die einzige befahrbare Straße, obwohl es noch eine zweite „Straße“ gibt, die über Gachitorena führt, allerdings selbst mit dem Moped nicht zu befahren ist. In Naga City (Pili) ist der nächstgelegene Flughafen und auch ein Busterminal, den Busse von Cubao sowie Pasay aus Manila ansteuern.

Noch gut kann ich mich an meinen ersten Versuch erinnern, die Southroad von Naga nach Caramoan zu bewältigen. Es war im Frühjahr 2013 und ich hatte mir einen Jeepney angemietet, um in Naga gekaufte Einrichtungsgegenstände nach Caramoan zu fahren. Die dafür zum damaligen Zeitpunkt kalkulierten 8 Stunden schienen mir für ca. 200 km Strecke etwas großzügig bemessen – ich sollte allerdings eines Besseren belehrt werden. Wir starteten bei strahlendem Sonnenschein und die Tour machte allen Spaß. Wir lagen im Jeepney auf den gerade gekauften Matratzen, lachten, sangen und genossen die schöne Umgebung durch die wir fuhren. Man fährt von Naga aus in Richtung Legazpi, biegt dann links ab und passiert Ocampo, Tigaon, Goa, San Jose sowie einige kleinere Orte um dann nach ca. 1,5 Stunden auf asphaltierter Straße in guter Qualität Lagonoy zu erreichen. Lagonoy ist der letzte größere Ort bevor es in die Berge und den tropischen Wald geht und genau hier beginnt die Southroad.

Southroad in Caramoan

Den aktuellen Zustand der Southroad beschreibe ich später – 2013 begann kurz nach Lagonoy ein Wechsel von schlecht zementierter Straße und Roughroad. Es wurde also etwas rumpeliger und wir fuhren z. T. sehr langsam durch tiefe Schlammlöcher und über Gestein, um dann wieder schneller die Abschnitte mit Zement hinter uns zu lassen. Im ersten Teil der Southroad hat man wunderschöne Aussichten in Richtung Osten zum Mount Mayon und über den Golf von Lagonoy. Das Grün des beginnenden tropischen Waldes in Kombination mit dem Blau des Himmels und dem Meer begeisterten mich und ich wusste schon damals, dass ich diese Strecke lieben und noch oft fahren würde. Bis nach Presentacion, einem relativ großen Ort, der ca. auf halbem Wege nach Caramoan liegt, fuhren wir relativ bequem. Es ging ein bisschen bergauf und wieder bergab und die Straße windete sich oft direkt am Abhang entlang. Wir durchfuhren kleine Orte, in denen viele zum ersten Mal einen Ausländer sahen und die Kinder scheu wegliefen wenn sie mich sahen und weder nach Piso fragten noch „Hey Joe“ riefen.

Hinter Presentacion änderte sich dann alles innerhalb von 10 Minuten. Es begann zu regnen. Nachdem man Presentacion durchfahren hat, geht es hoch in die Berge und zum damaligen Zeitpunkt wurden die Abschnitte mit zementierter Straße zur Seltenheit. Die Anstiege dort sind teilweise so steil, dass sie auch im ersten Gang von einem Jeepney nur mühsam bewältigt werden können. Dazu lagen große Gesteinsbrocken auf dem Weg und die sich jetzt mit Wasser füllenden Kuhlen waren bedenklich tief. Wir hielten kurz an um unsere auf dem Dach verstauten Gegenstände gegen den Regen zu sichern und fuhren dann entschlossen weiter. Kurz nach Bikalin wurden die Anhöhen noch erheblich steiler und gipfelten bei Kilometer 542, den wir zwar mit Mühe aber dennoch erreichten. Der Regen wurde stärker je höher wir kamen und kurz hinter Kilometer 542, bei dem man bei gutem Wetter übrigens einen sagenhaften Ausblick schon auf die Philippinische See hat, blieben wir in Schlamm stecken. Glücklicherweise befanden sich schwere, allradangetriebene Straßenbaufahrzeuge in der Nähe und nach 30 Minuten konnten sie uns schließlich aus dem Schlamm ziehen. Drei große LKW – allesamt mit Allrad blieben dann allerdings selbst hoffnungslos im Schlamm stecken, so dass wir uns entschlossen, den Rückweg nach Presentacion anzutreten, da ein weiteres Vorankommen unmöglich war. Auf dem Weg dahin blieben wir erneut liegen.

Lesen Sie hier die Fortsetzung!

Fotos: Stefan Ammon