Meeresschildkröten in San Juan La Union – Nord-Luzon

Vielen Spass beim Lesen des dritten und letzten Teils des Berichts von Nicole Stämpfli über ihre Arbeit als Voluntärin zum Schutz der Meeresschildkröten in San Juan La Union in Nordluzon.

Hier finden sie den ersten Teil der Serie.
Und hier den zweiten Teil.

Meeresschildkröten in San Juan La Union

Wenn während der Nachtpatrouillen an den Stränden von San Juan Meeresschildkrötennester gefunden werden, werden diese sorgsam transferiert und in neu gegrabene Nester in der Hatchery gelegt. Nach ca. 40-120 Tagen schlüpfen die Schildkröten. Nach dem Schlüpfen werden die Schildkröten gezählt und weitere Daten zu den Eiern erhoben; etwa wie viele sind insgesamt geschlüpft, in welcher Zeitspanne, wie viele Eier sind nicht geschlüpft, in welchem Stadium waren diese, etc. Der Schlüpfprozess dauert meist bis zu vier Tagen. Nach 4 Tagen werden die Nester ausgegraben und „gereinigt“, in dem die Eierschalen entsorgt und die oben erwähnten Daten erhoben werden.

Wir Volontäre hatten bereits an unserem ersten Tag die Möglichkeit zu lernen, wie ein idealer turtle release von statten geht: Die Schildkröten sollten, nachdem die letzte geschlüpft ist (andere „Spätzünder“ folgen in den eben erwähnten 4 Tagen), innerhalb einer Stunde in die Freiheit entlassen werden. Dies ist sehr wichtig, da die jungen Schildkröten einen Energiespeicher haben, welcher nur in den ersten Lebensstunden vorhanden ist und überlebenswichtig ist für die ersten Schwimmzüge hinaus ins weite Meer. Wenn möglich sollten die Schildkröten zudem bei Dämmerung oder nachts entlassen werden (meist schlüpfen sie auch nachts). Somit sind sie auch sicherer vor natürlichen Feinden, welche im Meer auf sie lauern. Freigelassen werden sollten die Schildkröten mind. 10m vom Strand entfernt damit sie ihre Abdrücke im Sand hinterlassen können (siehe Abschnitt Meeresschildkröten, imprinting).

Wir lernten in der ersten Woche neben der richtigen Handhabung der Schildkrötenbabies auch wichtige Grundlagen für den Umgang mit den Teilnehmern der Aktion (Briefing, Do’s und Dont’s, …). Somit konnten den nächsten Release bereits wir Volontäre durchführen. In der ersten Woche verfassten wir zudem neben dem Besuch des Seminars verschiedene Artikel für unseren Blog.

In unserer zweiten und dritten Woche waren wir fast auschliesslich mit Fieldwork und IEC’s beschäftigt. Wir machten uns auf und unterhielten uns mit unterschiedlichsten Leuten zum Thema Pawikan (Marine Turtle’s), Umweltschutz etc., um weitere Daten für die Arbeit von CURMA zu erheben. Wir verfassten zudem umfassende IEC-Präsentationen für die umliegenden Schulen. Diese stellen den Schutz der Meeresschildkröten ins Zentrum. Anhand von diesem kann aber auch die Wichtigkeit des Umweltschutzes und die Abfallprobleme aufgezeigt werden. Während unserer Präsentationen an den Schulen (Urbiztondo Elementary, Baroro Elementary, San Juan National High School, Taboc Elementary, Lorma High School) zeigten wir den Schülern neben den Problemen und den Gefahren, welchen die Meeresschildkröten ausgesetzt sind auch auf, wie sie aktiv mithelfen können, diese magischen Kreaturen zu schützen, wie auch ihren Teil zum Umweltschutz beizutragen. Zudem machten wir sie darauf aufmerksam, dass die in einem olive ridley Nestgebiet leben, was vielen Schülern gar nicht bewusst war und legten ihnen ans Herz, für deren Schutz einzustehen.

Bis heute hatten wir die Möglichkeit während unserem Aufenthalt hier bereits Hatchlinge aus sechs Nestern in die Freiheit zu entlassen!

San Juan La Union

Allgemeine Informationen:

CURMA
Coastal Underwater Resources Management Actions (in cooperation with DENR and the Municipality of San Juan). Wurde im Jahr 2011 gegründet. SIF-Volontäre fanden vor dem Tamayo House eine Schildkröte, die dort ihre Eier legte. Sachi Tamayo, die Gründerin von CURMA begann Nachforschungen zu betreiben, sprach mit der lokalen Bevölkerung, Behörden Fischern etc. und fand heraus, dass der in San Juan la Union tatsächlich ein Gebiet ist, wo Meeresschildkröten ihre Eier legen. Aus den Erzählungen erfuhr Sachi auch, dass in den 80-er und 90-er Jahre noch viel mehr Schildkröten und deren Nester gesichtet wurden, es aber über die Jahre und Jahrzehnte hinweg immer weniger wurden. CURMA wurde zum Schutz und Erhalt der Meeresschildkröten ins Leben gerufen. Es wurde eine Brutstätte (Hatchery) für die Schildkröten errichtet um die Eier vor natürlichen Feinden wie Krabben oder Hunden, aber auch Wilderen zu schützen. Zwischen 2011 und 2014 konnten insgesamt 5,683 geschlüpfte Schildkröten von CURMA ins Meer entlassen werden.

CURMA ist also in erster Linie ein Pawikan Protection and Conservation Program (PPCP), betreibt als weitere wichtige Punkte das CURMA Hatchery Management, verfügt über CURMA Patrollers und bildet diese auch aus, veranstaltet CURMA Coastal Clean-up’s, beschäftigt Volontäre und führt CURMA Information and Education Campaign’s (IEC) durch. Fix beschäftigt sind für CURMA ca. 25-30 Personen welche ergänzt werden durch weitere Volontäre (diese sind jedoch wechselnd).