Duterte will offenbar Präsident werden

20. Februar 2015 – Der Bürgermeister von Davao City, Rodrigo Duterte, will offenbar Präsident der Philippinen werden.

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Der profilierte Politiker aus Mindanao sagte bei einem Föderalismusforum in Dagupan in Nord-Luzon: „Ich kann das Opfer bringen, wenn ich damit die Spaltung dieses Landes verhindern kann.“

Der bedeutungsschwangere Satz könnte die entscheidende Wende für den Präsidentschaftswahlkampf in 2016 gewesen sein. Das Team von Duterte wertete die Aussage jedenfalls als entscheidenden Hinweis auf eine Teilnahme des Bürgermeisters im Rennen um das höchste Amt im Staat.

Duterte hatte sich in den vergangenen Jahren in der grössten Stadt von Mindanao, in Davao City, einen Namen gemacht. Mit einer konsequenten Politik, aber teilweise auch fragwürdigen Methoden hatte er der Stadt eine im Landesvergleich durchaus sichere und saubere Entwicklung beschert.

Das wurde auch in anderen Teilen der Philippinen zur Kenntnis genommen und angesichts der weiterhin ungleichen Entwicklung zwischen Arm und Reich, Korruption und Kriminalität waren immer mehr Rufe nach einer Kandidatur laut geworden. Dazu hatte sich Duterte nie klar geäussert.

Allerdings ist er zur Zeit auf einer „Tour des Zuhörens“ (Listening Tour) unterwegs, wo er offenbar das Ausmaß seiner Popularität in anderen Regionen des Landes, vor allem in den Visayas und auf Luzon, testen will.

Traditionell kommen die philippinischen Präsidenten aus Zentral- oder Nord-Luzon: Arroyo/Macapagal (Pamaganga), Aquino (Tarlac), Magsaysay (Zambales), Quirino (La Union/Ilocos Sur) und natürlich Marcos (Ilocos Norte).

Duterte möchte das Land offenbar reformieren und von einem präsidialen hin zu einem föderalen Parlamentssystem entwickeln. Damit sollen die Stimmen der Regionen besser repräsentiert sein und insgesamt eine Ausgeglichenheit des Landes gefördert werden.

Die Reaktionen der Bevölkerung und der Medien in den nächsten Tagen dürften interessant werden.

Foto: Wikipedia