Der Papst auf den Philippinen – was bleibt?

Kommentar der Redaktion –

19. Januar 2015 – Heute verlässt der Papst die Philippinen wieder -was bleibt nach seinem Besuch?

Sicherlich werden die Bilder von Millionen jubelnder Pinoys bei der abschliessenden Messe in Manila am Sonntag im Gedächtnis bleiben. Ob es nun fünf, sechs oder sieben Millionen Teilnehmer waren, wen interessiert das schon genau? Entscheidend ist nicht, ob es ein Weltrekord war oder nicht. Ein anderes Signal ist wichtiger: Der katholische Glaube auf den Philippinen ist stark, vielleicht sogar stärker denn je.

Das gefällt nicht allen Beobachtern, schon gar nicht missmutigen Expats, die sich längst von jeder Religion abgewendet haben und dafür auch ihre persönlichen Gründe haben. Dies ist genauso zu respektieren, wie die tiefe Bedeutung des Besuches des Pontifex für die überwiegende Zahl der Menschen auf den Philippinen. Wer die lachenden Gesichter der Menschen – nach stundenlangen Warten im Regen – gesehen hat, der muss die positiven Seiten eines Glaubens sehen.

Die Kraft ging vom Papst selbst aus. Sein Marathon durch das Land der mehr als 7000 Inseln trotzte Wind und Wetter. Der Kurzbesuch in Tacloban war spektakulär und wichtig für die Menschen dort. Und immer hatte er ein Lachen auf dem Gesicht, ein magisches Lachen. Dieses Lachen wirkte ansteckend auf die Massen und seine Gesten und Signale werden vielen Filipinos Kraft im Alltag geben.

Der Papst betonte die Bedeutung der Familie, keine Überraschung. Er nahm Kinder in die Arme und es wirkte natürlich, ein Papa eben. Aber mit leiser Stimme mahnte er auch den Kampf gegen Armut und Korruption an. Ein Schlag ins Gesicht der in vorderer Reihe sitzenden Politiker, die in der Mehrzahl doch nur Interessenvertreter ihrer Clans sind. Sie werden es wie immer aussitzen und auf das Ende der Show warten. Aber die Worte des Papstes werden nachhallen, vielleicht stärker und länger, als man „glaubt“.