Paukenschlag: Reisterrassen doch viel jünger?

8. September 2014 – Es wäre ein Paukenschlag: Sind die weltbekannten Reisterrassen in der Kordillera in Nord Luzon doch viel jünger als bisher angenommen?

Reisterrassen in der Kordillera - Nord Luzon

Reisterrassen in der Kordillera – Nord Luzon

Eventuell muss die Geschichte des zum Unesco Weltnaturerbe deklarierten und von Menschenhand gestalteten Wunders doch umgeschrieben werden.

Einer der Sprecher der Ifugaos, der traditionellen Stämme in den Bergen der Kordillera, sagte zu Medien, dass die Ergebnisse eines neuen Forschungsprojekts spektakulär sein könnten.

Das Ifugao Archeological Project läuft seit dem Jahr 2012 und Teodoro Baguilat Jr sagte, dass die Resultate dieses Projekts sehr intensiv mit den Stämmen der Region besprochen werden müssten.

Die Studie selbst konzentriert sich eigentlich auf den Aspekt der Nachhaltigkeit bei der Bewirtschaftung der Reisterrassen, nutzt dabei aber modernste Untersuchungs- und Berechnungsmethoden. Die Reisterrassen werden auch auf ihre historische Entwicklung hin untersucht, mit teilweise hochmodernen Laborverfahren.

Bisher wurde immer angenommen, dass die Reisterrassen rund 2000 Jahre alt sind. So wurde es von dem amerikanischen Anthropologen H. Otley Beyer im letzten Jahrhundert verkündet.

Reisanbau in Nordluzon

Reisanbau in Nordluzon

Neueste Ergebnisse könnten eine Entstehung zwischen 1560 und 1580 nahelegen, was ein grosser zeitlicher Abstand bedeuten werde.
Aber es kommt noch heftiger: Eventuell wurde das Bewirtschaftungssystem von neuankommenden Siedlern entwickelt. Und das wäre für das Selbstverständnis der Ifugao natürlich ein Paukenschlag.

Es gibt noch keinen offiziellen Bericht, aber offenbar sind erste Gerüchte zu den Ifugao-Verantwortlichen durchgedrungen.

Baguilat sagte, dass es nicht weniger als ein Umschreiben der Ifugao-Geschichte bedeuten könnte. Allerdings sprach er sich dafür aus, sich mit Ergebnissen offen auseinander zu setzen.

In den vergangenen Jahren wurde die Reisterrassen von Old Kiyyangan in Kiangan, Ifugao, untersucht, einem der ältesten Anbaugebiete. Zusätzlich wurde die Flächen von Hapao in Hungduan, Ifugao, in die Analysen einbezogen.

Der philippinische Archäologe Stephen Acabado ist der Leiter des Projekts und legt Wert auf die Festellung, dass zwar das Alter der Reisterrassen bestimmt werden soll, dass aberkeinerlei Herunterstufung der Bedeutung dieses Weltnaturerbes damit verbunden sei.

Das Projekt wird von der Universität von Guam, University of the Philippines – Archeological Studies Program, National Museum of the Philippines, Save the Ifugao Movement, Inc. und der lokalen Regierung von Kiangan unterstützt.

Weitere Informationen zu den Reisterrassen