Mehr Arbeitslose, mehr Filipinos arbeiten in Übersee

19. August 2014 – Die hohe Zahl von Arbeitslosen in den Philippinen wird noch mehr Filipinos auf Arbeitssuche ins Ausland treiben.

Im vergangenen Jahr waren offiziell 12 Millionen Filipinos ohne Arbeit. Wenn die Zahlen weiter steigen, so wird der Trend zur Arbeit in Übersee anhalten, so Analysten.

Allerdings: Auch in den Gastländern, zum Beispiel am Persischen Golf, nimmt die Zahl der Arbeitslosen zu.

Filipinos auf dem Weg ins Ausland

Filipinos auf dem Weg ins Ausland

„Die Abwanderung sorgt aber auch hier auf den Philippinen für Probleme“, so Analyst Prospero de Vera, „philippinische Politiker müssen endlich den Schwerpunkt auf Bildung und den Arbeitsmarkt legen, nur dann erleben wir auch ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum.“

Aktuell hinken die Philippinen im Vergleich der südostasiatischen Länder (Asean) deutlich hinterher. Die Länder peilen für 2015 einen EU-ähnlichen Binnenmarkt an.

Unter allen Asean-Ländern haben die Philippinen in 2013 mit 7,3 Prozent die höchste Arbeitslosenquote, gefolgt von Indonesien mit 6 Prozent, so ein Bericht der International Labour Organisation’s (ILO) in ihrem Report zur globalen Beschäftigung.

Die weiteren Zahlen zur Arbeitslosigkeit in Südostasien: Brunei 3,7 Prozent, Myanmar 3,5 Prozent, Malaysia 3,2 Prozent, Singapur 3,1 Prozent, Vietnam 1,9 Prozent, Laos, 1,4 Prozent, Thailand 0,8 Prozent und Kambodscha 0,3 Prozent. Allerdings muss man hier von „offiziellen“ Zahlen sprechen, die Dunkelziffer dürfte gerade in den ärmeren Ländern höher liegen.

Zum Vergleich: In Brasilien lag die Quote bei 6,6 Prozent, Kanada kam auf 7,1 und Argentinien auf 7,3 Prozent.

In den potenziellen Gastländern steigt die Zahl der Arbeitslosen teilweise auch, allerdings können sich zum Beispiele viele der erdölexportierenden Länder am Golf diese Arbeitslosen „leisten“.

Dennoch will die Philippine Overseas Employment Administration (POEA) die Entwicklung in den Gastländern beobachten, um deutlichere Empfehlungen abgeben zu können.

Gerade die instabile Situation in vielen Ländern des Mittleren Ostens und in Nordafrika, habe für steigende Arbeitslosenzahlen und unsichere Arbeitsbedingungen gesorgt.

In vielen entwickelten Länder wirkten sich weiterhin die Folgen der Finanzkrise von 2008 aus.

Weltweit sind rund 10 Millionen Filipinos im Ausland beschäftigt, also rund 10 Prozent der offiziellen Bevölkerungszahl von 100 Millionen.

Nach Angaben der philippinischen Zentralbank schicken diese Überseearbeiter pro Jahr rund 25 Milliarden US Dollar nach Hause.