Kardinal Tagle: Eltern erziehen ihre Kinder zur Korruption

12. Juni 2014 – Der 10-Milliarden Porkbetrug dreht sich nicht nur um korrupte Politiker, sondern auch wie bereits die Eltern, durch ihre Erziehung die Korruption an ihre Kinder weitergeben, sagte der Erzbischof von Manila, Kardinal Tagle am Dienstag.

Er sagte, statt mit dem Finger auf eine kleine Gruppe zu deuten, sollten die Filipinos ganz allgemein in sich gehen und ihr Gewissen prüfen, um den Status der philippinischen Kultur zu erkennen und zu „reinigen“.

„Ich wünschte nur, dass wir diese Diskussion in einem breiteren Kontext führten und nicht nur auf die Politiker beschränkten, sondern auf das ganze Land ausdehnten und die ganze philippinische Kultur.“, sagte Tagle während einer Pressekonferenz in Intramuros.

Tagle antwortete dies auf die Korruptionsvorwürfe, die in der vergangenen Woche zur Anklage der Senatoren Juan Ponce Enrile, Jinggoy Estrada und Ramon Revilla Jr. führte.

„Irgendwie sagt dies mehr über uns selbst aus und nicht nur über sie.“ stellte Tagle fest. „Ich appelliere an alle, vor allem an die Eltern, wie Sie Ihre Kinder erziehen und dabei den Samen der Korruption bereits säen.“, sagte er.

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Eltern lehren ihre Kinder unwissentlich das Konzept der Bestechung im täglichen Umgang mit ihren Kindern, ergänzte Tagle. „Wenn Sie Ihrem Kind sagen, ‚Geh zum Bäcker und kaufe Pandesal‘ und das Kind will nicht, dann sagen Sie, ‚Gut, dann gehen wir anschließend auch in die Mall‘. Ist das keine Bestechung?“, fragte Tagle.

Wenn das Kind erwachsen ist und zum Beispiel Bauminister oder Commissioner des Finanzamts wird, könnte es doch das gleiche tun und Bestechung als Werkzeug einsetzen, sagte er.

„Wenn er gefragt wird, etwas zu erledigen, dann würde er vielleicht fragen: ‚Wer, ich?‘ und er wird wenn ihm 1 Million angeboten werden, schließlich OK sagen.“, erklärte Tagle. „Und wo hat diese Person das nur gelernt? Von Papa und Mama!“, fügte er hinzu.

„Also lassen Sie uns nicht nur auf eine kleine Gruppe zeigen. Jeder von uns sollte in sich gehen und schauen wohin sich die philippinische Kultur entwickelt oder wo unsere Schwachstellen liegen. Wie können wir unsere Kultur, unsere Schulen, unser System der Belohnung und Bestrafung bereinigen?“, so der Erzbischof.


Quelle u.a.: http://newsinfo.inquirer.net/610160/corruption-starts-at-home-warns-cardinal-tagle