Italienischer Diplomat: Wohltäter oder Kinderschänder?

19. Juni 2014 – Ein italienischer Diplomat, der kürzlich in den Philippinen wegen „Kindesmissbrauch“ festgenommen wurde, verwies auf seine Unschuld, als er gestern vor einem Gericht Kaution beantragte, aufgrund seiner persönlichen gesundheitlichen Verfassung.

Daniele Bosio (46) hatte noch eine laufende Infusion in seinem Arm, als er gestern das schwer bewachte Polizeiauto verlies, um den Gerichtssaal in Binan zu betreten, einer Stadt etwa zwei Autostunden südlich von Manila.

Der Richter Theodore Solis, vertagte die vorgesehene Anklageerhebung, nach dem Bosios Anwälte an das Gericht appellierten und um eine Kautionsverhandlung baten.

„Wir haben für eine Umkehr der Entscheidung der Staatsanwaltschaft gebeten, da ihm ein faires Verfahren vorenthalten wird.“, beklagte sein Anwalt, Romeo Lumagui, gegenüber Reportern vor dem Gerichtsgebäude. „Er besteht darauf, nichts falsches getan zu haben. Er hat gegen kein Gesetz verstoßen!“

Bosio, der bis zu dem Vorfall italienische Botschafter in Turkmenistan war, befand sich in seinem Erholungsurlaub, als er im April verhaftet wurde. Eine Vereinigung für Kinderrechte behauptete, dass er sich in einem Freizeitpark in der Nähe von Manila, gegenüber drei Jungen unangemessen benommen habe.

DKB-Partnerprogramm

Die Jungen, im Alter zwischen 9 und 12, bezeugten in ihren eidesstattlichen Erklärungen, die sie vor Sozialarbeitern erteilten, dass Bosio ihre Geschlechtsorgane befummelt habe, bevor er mit ihnen in den Freizeitpark ging, besagt die Anklage der Staatsanwaltschaft.

Der Staatsanwalt des Falles, Agripino Baybay, erhob Anklage gegenüber Bosio wegen dreifachem Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz des Landes und dreifachem Menschenhandel. Die Strafen für diese Vergehen liegen zwischen sechs Jahren Gefängnis und lebenslänglich.

Baybay bewertete Bosios Argumentation als unglaubwürdig, dass er aus Mitgefühl mit den Kindern in den Badepark gegangen sei. Er ist der Ansicht, dass die Anschuldigungen der Kinder gegenüber Bosio „intensive Ermittlungen“ verdienten.

Bosio hatte zuvor stets bestritten, sich unangemessen gegenüber den Jungen benommen zu haben und sagte, dass er mit den Jungen in den Freizeitpark gegangen sei, im Rahmen seines langjährigen Engagements für benachteiligte Kinder.

Diese Aussage unterstützte auch der Leiter einer philippinischen Schule, der Bosio für einen wichtigen Wohltäter hält, der seinen Schülern bereits seit vielen Jahren geholfen habe.

Das italienische Außenministerium beurlaubte Bosio kurz nach seiner Verhaftung. Bosios jüngerer Bruder sagte gestern, der Diplomat sei durch seine Festnahme gesundheitlich geschwächt worden, nachdem man ihn anfangs mit etwa 80 weiteren Insassen in eine winzige Zelle gesteckt hat, die nicht größer als eine Garage war.

„Er ist schwer krank“, berichtete er und fügte hinzu, dass Bosio Nierenprobleme habe. Die Behörden brachten ihn am 14. Mai in ein Krankenhaus, wo er unter dem Schutz der Polizei steht.


Quelle u.a.: http://www.bangkokpost.com/news/asia/416129/italian-envoy-in-philippine-abuse-case-protests-innocence