Entgeht Enrile der Justiz, dank vorzeitiger „Begnadigung“?

25. Juni 2014 – Senator Juan Ponce Enrile, der dritte oppositionelle Senator der in den Pork Barrel Betrug verwickelt ist, erfährt höchstwahrscheinlich eine Sonderbehandlung und wird wohl nicht verhaftet werden, falls überhaupt ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt wird.

Präsident Aquino räumte in einem Interview ein, dass Enriles Alter (er ist jetzt bereits 90 Jahre alt) sowie seine schlechte gesundheitliche Verfassung berücksichtigt würden, ob das Korruptions-Gericht eine Verhaftung anordne.

Aquino meinte weiter, dass die Verfassung bereits vorsehe, dass eine Strafe nicht grausam oder entwürdigend sein solle. Der Präsident ergänzte, dass ihm von Enrile aus seiner eigenen Zeit als Senator bekannt sei, dass er jede Menge Erkrankungen habe.

Ein Richter des Sandiganbayan, Samuel Martires, sagte gestern, dass sie noch 8.000 bis 9.000 Seiten an Informationen zu dem Plünderungs- und Korruptionsfall gegen Enrile und seine Mitangeklagten gründlich zu überprüfen hätten, bevor man einen hinreichenden Tatverdacht denn überhaupt erkennen könne.

Im Falle der Feststellung einer Staatsplünderung und Anklageerhebung, kann der Angeklagte jedoch keine Kaution mehr stellen, so sieht es das Gesetz vor.

(Anm.: Merkwürdig bei all den Erkenntnissen des Präsidenten ist, wenn ein Enrile für die Anklage zu alt und zu krank sei – für die Begehung der Straftat war er es offensichtlich nicht! Über die Motive für die Aussagen des Präsidenten kann man nur spekulieren …

Auch ist dieser „vorzeitige Gnadenerlass“ eine Handlung, die wohl nicht jeder erfährt, sondern sehr gezielt eingesetzt wird. Denn andere lässt der Präsident im Gefängnis anscheinend „verrotten“, unabhängig von deren Alter oder Gesundheitszustand …

Vergleiche dazu auch den folgenden Beitrag:
„PNoy – ein ‚gnadenloser‘ Präsident?“)


Quelle u.a.: http://manilastandardtoday.com/2014/06/25/sickly-jpe-may-get-leniency/