Tambobo – am Popo der Welt!

Logbuch Teil 4: Ankommen und Ausschiffen

Ein komisches Gefühl: Wackelt der Bambussteg, sind es die Beine oder ist es ein schlottrige Kombination aus vielen Faktoren? Nach drei Tagen auf teilweise hoher See mit vielen bleibenden Eindrücken ist die Ankunft in einem Hafen schon eine besondere Sache.

Wobei, ein richtiger Hafen ist das nicht, eher eine verwunschene Bucht: Die Tambobo Bay im Süden von Negros. Eigentlich am Arsch der Welt hat die Natur hier eher einen wohlgeformten Popo kreiert. Ein Naturhafen, welcher die Segler mit ihren Yachten geradezu magisch anzieht.

Hier geht's zur Tambobo Bay ...

Hier geht’s zur Tambobo Bay …

Aber Aufpassen, die Einfahrt zur Bucht ist tückisch und für Neulinge nur bei Tag möglich. Deshalb hat der Kapitän die “Mescalito” in der Nacht bei langsamer Geschwindigkeit durch zahllose Fischerboote mit ihren starken Lampen hindurch gleiten lassen, Kurs auf Negros, genauer nach Bonbonon im Süden von Negros. Schon ein lustiges Wort mit vielen “O’s” und dann kommt noch Tambobo hinzu.

Doch zurück zum Riff bei der Einfahrt am Morgen. Bei Tag sind die Markierungen gut zu sehen, herausfahrende Fischer weisen zudem auf die optimale Fahrrinne hin. Die zweiköpfige Mannschaft verteilt sich auf Steuer- und Backbord und beobachtet die Tiefe. Das Wasser ist klar, der Kapitän natürlich geschickt und die Einfahrt gelingt.

Boote

Boote

Und dann passiert es doch. Tiefer in der Bucht zieht Jemand plötzlich Bremse der “Mescalito” und beinahe landet der Autor im Wasser. “Sandbank” ruft einer vom Ufer, nachdem wir das schon selbst Herausgefunden haben, wer zu spät ruft, der hat eine kostenlose Show vor der Nase. Doch der Kapitän bleibt ruhig, wie eigentlich immer, wenn es kompliziert wird. Der Diesel bekommt den Rückwärtsgang zu spüren und das Boot arbeitet sich langsam wieder frei.

Jetzt erst ist das Auge bereit für die versammelte Seglerschar am Ende der Bucht. Wie schon in Palawan, so liegen auch hier Segler aus aller Welt und teilweise wird das neue Boot auch schon beobachtet. Aber die Kapitäne müssen sich größtenteils nicht mehr vorstellen, man kennt sich, die erste Verabredung für ein Bier ist schon beim Ankern getroffen.

Die tückische Bucht!

Die tückische Bucht!

Was dann kommt, ist einfach nur erstaunlich: Weil man sich teilweise jahrelang nicht gesehen hat, werden Geschichten von verschiedenen Orten der Welt, zahllosen Booten und ihren Kapitänen und Crews aus den letzten Jahren aufgearbeitet. Und dabei geht es auch teilweise derb und mit einer ordentlichen Lästerei zur Sache. “Weißt Du noch”, sagt der Kapitän, “da war doch dieser Kanadier der seine Freundin auf den Seychellen von Bord geschmissen hatte, die war doch nett eigentlich!” Es stellt sich heraus, dass sie jetzt die Ehefrau des Tischnachbarn ist, mit sehr gelungenem Nachwuchs. Prost darauf, wieder ein gutes Ende in der Seglerkommune. Oder doch nicht? Vielleicht nicht für den Kanadier, der auch zufällig in der Bucht ist und vielleicht früher als geplant den Anker lichten wird…

Aber das ist dann eine andere Geschichte für ein neues Logbuch. Jetzt heißt es Abschied nehmen und die “Mescalito” verlassen. Eben noch wollte man die Enge des Schiffs gerne verlassen, doch jetzt kommen doch Gefühle auf. Das Boot hat uns gut ans Ziel dieser Reise gebracht, wir haben viel erlebt zusammen. Machs gut “Mescalito” und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

Ende

Ende

Mit PhilStep auf die Philippinen

Mit PhilStep auf die Philippinen

 
Autor:
Stephan ist normalerweise auf Nordluzon unterwegs.
Mit PhilStep bietet er Rundreisen an.

Ziele sind u.a. der Pinatubo Vulkan,
die spanische Kolonialstadt Vigan
und natürlich die Kordillera mit
den hängenden Särgen in Sagada und
den weltbekannten Reisterrassen.

 
 
Weitere Bilder hier:
(Zum Vergrößern bitte das Minibild anklicken …)

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