Was haben Adobo, der Jeepney und der Carabao gemeinsam?

1. März 2014 – Wer dachte, er kenne bereits die philippinische Politik und Bürokratie – es lässt sich alles sogar noch toppen …

Was sind eigentlich „nationale Wahrzeichen“ und wozu bedarf es überhaupt des Zinnobers? Nun eigentlich sollen diese, aufgrund ihrer Eigentümlichkeit, lediglich das philippinische Volk mit Stolz erfüllen. Wie zum Beispiel das Adobo, der Jeepney oder der Carabao.

Stimmt aber gar nicht, wie jetzt ein Politiker feststellte, da genau diese drei zuvor genannten nationalen Symbole bislang nicht unter diese, selbstverständlich per Gesetz zu deklarierenden Symbole fallen. Deshalb hat jetzt der Abgeordnete Relampagos gefordert, diese zum offiziell gesetzlich geregelten Wahrzeichen zu erheben.

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Schließlich ist er der Meinung, dass alles seine Ordnung haben muss: „In den Schulen werden rund 20 nationale Wahrzeichen gelehrt. Aber von diesen sind nur 10 offizielle Symbole, d.h. die entweder aufgrund der Verfassung, per Gesetz oder durch Proklamation dazu erhoben wurden.“

Laut Angaben der ‚National Historical Commission of the Philippines‘ (ja solch eine „existenzielle“ Behörde gibt es hier!) seien nur 10 der nationalen Wahrzeichen als solche erklärt, wie z.B. die philippinische Flagge, ‚Lupang Hinirang‘ (die Nationalhymne), die Sportart Arnis (eine philippinische Kampfkunst, die außerhalb des Landes kaum einer kennt), die Sampaguita Blume, der Narra Baum oder der philippinische Adler.

Doch entgegen der landläufigen Meinung, dass einige Symbole auch als „nationale Wahrzeichen“ gesetzlich definiert seien, werden diese nur als solche wahrgenommen. So wird zum Beispiel der philippinische Carabao als fester Bestandteil in der philippinischen Landwirtschaft angesehen, obwohl er eigentlich nicht von offizieller Seite als „nationales Symbol“ anerkannt wurde. (Was dem armen Wasserbüffel bislang doch alles erspart blieb …)

Oder entgegen dem, was in der Schule gelehrt wird, wurde der kulturelle Tanz ‚Cariñosa‘, der von den spanischen Kolonialherren übernommen wurde, bisher noch nicht offiziell als Nationaltanz des Landes anerkannt. Ob ihn deshalb einer mehr oder weniger tanzt, darf gewiss bezweifelt werden, wie auch die Auswirkung dieses Umstands auf die Erhaltung der Kultur.

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Auch Jose Rizal, der vom Volk als Nationalheld des Landes verehrt wird (wobei eine breite Schicht in der Bevölkerung gar nicht weiß, was er wirklich geleistet hat und bis vor nicht allzu langer Zeit auch von der katholischen Kirche und deren politischen Handlangern, tabuisiert wurde), ist auch kein nationales Wahrzeichen.

Deswegen soll nun per Gesetz das „Adobo“ mit Nationalstolz des Landes geehrt werden, ein Gericht aus Schweinefleisch, das in Essig und Sojasauce mariniert wurde. Und ein noch berühmteres philippinisches Symbol – der Jeepney – soll zum nationalen Fahrzeug erklärt werden. Obwohl dieses Relikt der Amerikaner aus dem zweiten Weltkrieg, den Verkehr behindert und wegen seiner extremen Luftverschmutzung zu Lungenkrankheiten führt.

Weitere nationale Wahrzeichen sind:
Anahaw – nationales Palmblatt
Bangus – Nationalfisch
Mango – Nationalfrucht
Barong Tagalog und Saya – Nationaltracht
Bakya – nationale Holzslipper
Nipa Hut – nationales Haus

Eigentlich unfassbar mit welchen Banalitäten sich die Politik beschäftigt! Als gäbe es sonst keine Probleme im Land … Was aber definitiv in der Liste der „nationalen Wahrzeichen“ fehlt, ist die „Nationale Korruption“, die es in dieser breiten Form weltweit wohl nur hier gibt.


Quellen u.a.: http://www.journal.com.ph/index.php/news/national/68025-solon-seeks-to-officially-declare-national-symbols
und http://newsinfo.inquirer.net/581281/bill-seeks-to-make-adobo-jeepney-carabao-as-ph-national-symbols