Was tut die Regierung wirklich gegen die Stromkrise in Mindanao?

7. März 2014 – Malacañang behauptete gestern, die Regierung tue alles denkbare, um die Stromkrise in Mindanao zu lösen. Der PR-Mann der Regierung, Herminio Coloma posaunte deshalb: „Es ist nicht so, dass die Regierungsleute einfach untätig herumsitzen. Sie suchen nach einer Lösung, da die Stromknappheit kein Witz ist.“

Nahezu ganz Mindanao war von dem Blackout am 27. Februar betroffen, dem „Startschuss“ der saisonalen Stromkrise in Mindanao. Bei einer existierenden Stromversorgung von 1.064 Megawatt, lag nun gestern der Spitzenbedarf bei 1.222 Megawatt und somit fehlten erneut 158 Megawatt.

Dies führte zu ‚rotierenden Brownouts‘ (zeitweilige Stromabschaltungen), die laut Coloma gestern angeblich nur zwei bis drei Stunden dauerten und nicht 5 bis 10 Stunden wie die Presse berichtete. Allerdings gab Coloma zu, dass zumindest in Maguindanao die Unterbrechung sogar länger als 10 Stunden anhielt.

Andere Regionen berichteten ebenfalls von 6 bis 9-stündigen Stromausfällen, wie z.B. Zamboanga. Diese führten zusätzlich zu Problemen bei der Wasserversorgung, da die Pumpen ohne Strom kein Wasser befördern konnten.

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Laut Coloma genieße allerdings Energieminister Jericho Petilla auch weiterhin das Vertrauen Präsident Aquinos, trotz der anhaltenden Probleme. (Anm.: Fast scheint es, als sei die Sicherung der Regierungsposten das größere Anliegen, als die Stromkrise selbst.)

Der Energieknappheit will man nun kurzfristig entgegentreten, mit zusätzlicher Stromversorgung (wobei die Frage nach der Verteilung dieser zusätzlichen Energiekosten nicht geklärt wurde), einer schnellen Reparatur existierender Kraftwerke (warum nicht schon früher) und Strom, den man aus anderen Regionen abzweigt.

Langfristig sollen jedoch neue Kraftwerksanlagen das Problem lösen. Dazu gehörten das 300 MW-Kohlekraftwerk in Davao del Sur und das 200 MW-Kohlekraftwerk in Sarangani, die beide 2015 in Betrieb gehen sollen. Auch soll das 405 MW-Kohlekraftwerk in Misamis Oriental bis 2016 in Betrieb genommen werden.

„Es dauert eben 2-4 Jahre, um ein neues Kraftwerk zu bauen. Wir in der Energiebranche erkennen jetzt, dass die Probleme langfristige Lösungen erfordern.“, gestand Energieminister Carlos Jericho Petilla ein.

Experten erwarten dennoch in den kommenden Wochen katastrophale Ausfälle der Stromversorgung in Mindanao. Ein Problem das sich jährlich zusehends eher verschärft, denn verbessert. Selbst wenn die Regierung jetzt „langfristige“ Lösungen anstrebt, der Stromverbrauch steigt schließlich seit Jahren unaufhaltsam …


Quellen u.a.: http://www.rappler.com/business/52334-mindanao-power-shortage-solutions-department-of-energy
und http://manilastandardtoday.com/2014/03/07/mindanao-reels-from-rolling-blackouts-up-to-10-hrs-/
und http://newsinfo.inquirer.net/582934/govt-doing-its-best-to-solve-mindanao-power-shortage