Gibt es für den Mord an taiwanesischem Fischer jetzt wirklich „Gerechtigkeit“?

19. März 2014 – Die Staatsanwaltschaft hat hinreichende Indizien gefunden, um Anklage gegen acht Besatzungsmitglieder der ‚Philippine Coast Guard‘ (PCG – Küstenwache) wegen der Schießerei vom 9. Mai 2013 zu erheben, bei der sie einen taiwanesischen Fischer erschossen.

Diese beiläufige Meldung wurde jetzt in ein paar untergeordneten Zeitungen kurz und nur ganz nebenbei erwähnt, wobei die Mehrheit der Presse diesen Sachverhalt vor knapp einem Jahr noch ganz anders darstellte und blind die Berichterstattung der eigenen Landsleute ausschlachtete, statt selbst zu recherchieren. (Soviel zur Unabhängigkeit der philippinischen Presse …)

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Aber selbst jetzt war zu lesen, dass die 8 Besatzungsmitglieder der Küstenwache, wohl nicht wegen Mord angeklagt werden sollen, sondern lediglich wegen Totschlags. Und dies obwohl Videoaufzeichnungen klar belegten, dass die PCG-Männer mit „Vergnügen“ (sie lachten und amüsierten sich dabei, als sei dies nur ein Computerspiel) das Boot des taiwanesischen Fischers regelrecht durchsiebten.

Immerhin hat das Justizministerium die Behauptung der Angeklagten zurückgewiesen, dass sie zur eigenen Verteidigung gezwungen sein sollen, als das taiwanesische Fischerboot angeblich versucht haben soll, das Schiff der philippinischen Küstenwache zu rammen. Dies wurde ebenso von den Ermittlern widerlegt.

Das Justizministerium schenkte jetzt auch der Behauptung der PCG-Mannschaft keinen Glauben, dass sie strafrechtlich nicht zur Rechenschaft des Zwischenfalls gezogen werden könnten, da sie „nur ihren Dienst und ihre Pflicht erfüllt hätten“.

Das Justizministerium hat keine Beweise gefunden, dass das taiwanesische Fischerboot eine größere Gefahr für die Küstenwache darstellte oder sie gar bedroht hätte. „Mangels klarer Beweise für die Behauptung der Selbstverteidigung, während der Voruntersuchungen, hat die Staatsanwaltschaft ausreichende Indizien ermittelt, um eine Anklage vor Gericht einzureichen.“, hieß es in der 79-seitigen Anklageschrift.

Der Vorfall hat letztes Jahr die internationalen Beziehungen mit Taiwan stark belastet, erschwert durch die starrköpfige Haltung der philippinischen Regierung. Erst nach Drohung Taiwans mit Sanktionen, ließ die Regierung eine taiwanesische Parallel-Ermittlung zu, die den Mord der philippinischen Küstenwache belegte. Danach versuchte die Regierung eine „Schadensbegrenzung“ zu betreiben und ließ das Thema von der eigenen Presse totschweigen.


Quelle u.a.: http://www.journal.com.ph/index.php/news/national/69141-pcg-men-charged-over-taiwanese-mans-death