Bangsamoro Friedensvertrag? – „Die sollen unsere Heimat verlassen!“

30. März 2014 – Die Mitglieder der ‚Moro National Liberation Front‘ (MNLF) begannen damit ihre Feuerwaffen zu ölen, um auf alle eventuellen Erfordernisse vorbereitet zu sein, sagte deren Sprecher Absalom Cerveza, zwei Tage nach der Unterzeichnung der Bangsamoro Friedensvereinbarung.

Der MNLF Sprecher meinte zwar, dass sie nach der Unterzeichnung der Vereinbarung, keine Zwischenfälle in Mindanao erwarteten, dennoch wollten sie erst einmal „abwarten und sehen.“ Cerveza schob nach, die MNLF-Kämpfer „wollten nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden.“

Er befürchtete, dass dem Friedensabkommen das Schlimmste noch bevorstehe, nämlich wenn das Grundgesetzes des zu schaffenden „Bangsamoro-Substaates“ formuliert wird und damit endgültig das Friedensabkommen von 1996 zwischen der Regierung und der MNLF ersetzt.

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Die Regierung sei zwar optimistisch, echten Frieden in Mindanao als Folge durch das neue Friedensabkommen mit der MILF zu erreichen, aber Cerveza gab seinem Pessimismus Ausdruck und sagte, dass das Ziel noch in weiter Ferne läge, bezogen auf die komplexen Probleme, die die Regierung und die MILF nach der Unterzeichnung erwarten.

„Der ganze Rahmen bietet keinen wirklichen Frieden, sondern hilft nur der MILF und nicht den Menschen in Mindanao.“, sagte Cerveza. „Sie haben zwar Pläne, aber letztlich dient dies nicht dem Wunsch nach Frieden, sondern sie schaffen nur Verwirrung und noch größere Probleme.“, betonte er.

Er sagte, echter Frieden hätte während der Friedensverhandlung mit der MNLF erreicht werden können, aber die Regierung ließ sie hängen. Weiter sagte er, die MNLF sei nicht das einzige Problem, das die Regierung bekämpfe, sondern sie hat auch damit zu rechnen, dass die anderen Rebellengruppen sich vereinigen und ein viel größeres Bündnis schmieden könnten, als es die MILF war.

Dass dies keine Phantasie ist, belegt ein anderer Guerillaführer: Abu Misry Mama von den ‚Bangsamoro Islamic Freedom Fighters‘ (BIFF). Er sagte in einem Interview dieser Tage, „Wir wollen Unabhängigkeit. Dafür führen wir einen bewaffneten Kampf.“

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Mamas ehemalige Kameraden der MILF unterzeichneten gerade den Friedensvertrag, der ihnen Macht und Mittel verleihen wird, in einer muslimischen Selbstverwaltung, innerhalb einer katholischen Nation. Die muslimische Rebellion, die im Jahr 1972 begann, tötete Zehntausende von Menschen und führte die Region in brutale Armut und Gesetzlosigkeit.

„Die MILF hat ihren Weg und wir haben meinen.“, sagte Mama. Er kämpfte für die MILF und sei nach der Abspaltung der BIFF unter deren drei Anführern. Ihr Gründer Ameril Umbra Kato ist laut Aussage des Militärs, aufgrund einer Erkrankung, kampfunfähig.

Dem BIFF Gründer wird vorgeworfen, seine Männer in Angriffe geführt zu haben, die alleine im Jahr 2008, mehr als 400 Menschen tötete und hunderttausende Zivilisten vertrieb. Die BIFF soll derzeit etwa 460 Guerillas umfassen.

Mama sagte, die BIFF werde nur Friedensgespräche unterstützen, wenn die Regierung die Schaffung einer separaten muslimischen Nation erlaube, was jedoch Aquino komplett ausgeschlossen hat.

Ansonsten „gibt es nichts zu besprechen. Die sollen unsere Heimat verlassen!“, sagte Mama.


Quellen u.a.: http://manilastandardtoday.com/2014/03/30/biff-vows-to-fight-on/
und http://manilastandardtoday.com/2014/03/30/-mnlf-ready-just-in-case-/