Regierung verärgert Ärzte mit „billiger PR“

4. März 2014 – Die philippinische Ärztekammer beschwerte sich über eine halbseitige Werbung des BIR oder ‚Bureau of Internal Revenue‘ (Finanzamt), was sie als eine „billige PR“ gegenüber philippinischen Ärzten empfindet.

Die Anzeige, die am vergangenen Sonntag in einer Zeitung erschien, zeigte eine Ärztin Huckepack auf den Schultern einer Lehrerin sitzend. Daneben ein Einkommensvergleich, der zeigt, dass die Ärztin keine Steuern bezahlt, während die Lehrerin dies jedoch sehr wohl tue. Begleitet wurde das Bild mit dem folgenden Slogan: „Wer keine Steuern zahlt, ist eine Belastung für diejenigen, die Steuern bezahlen.“

Während die philippinische Ärztekammer die Kampagne der Regierung im Allgemeinen unterstützt, sagte ihr Präsident Dr. Leo Olarte in einer Erklärung, dass die Darstellung der betrügenden Ärzte in der Werbung, eine absolut unseriöse PR sei. Er sagte, die Anzeige sei umso überraschender, da die Frage hinsichtlich unehrlicher Ärzte nie ein Thema während ihrer Beratungen im Vorfeld bei der BIR gewesen sei.

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Er nahm an, dass die Darstellung dem stereotypen Muster folgen soll, das alle Ärzte als reich darstellt, jedoch in Wahrheit viele Ärzte lediglich der Mittelklasse angehörten. In der Tat verdienten einige Ärzte weniger als 15.000 Pesos im Monat. Ärzte im öffentlichen Dienst erhielten nur ein wenig mehr als 20.000 Pesos im Monat, fügte er hinzu.

„Dies ist einer der Gründe, weshalb eine überwältigende Migration von Ärzten in andere Länder existiert. Ärzte, die privat praktizieren, werden immer wieder mit Wohltätigkeitsfällen konfrontiert. Mehr als die Hälfte der Patienten behandeln sie aus Nächstenliebe oder zumindest ohne Bezahlung. Darüber haben sie sich bislang auch nicht beschwert.“, sagte Olarte.

Er versicherte, dass die philippinische Ärztekammer keinen Steuerbetrug toleriere. Um sicherzustellen, dass die Ärzte korrekte Steuern bezahlten, beauftragte der Verband ein Software- Unternehmen, das für ihre Mitglieder ein Online-Steuersystem entwickelte. Das System beinhaltet eine Smartphone-App, die kurz vor der Akkreditierung durch die BIR stünde.

Das Online-Steuersystem war ein Vorschlag von BIR-Kommissarin Kim Henares, um den Ärzten dabei zu helfen ihre Steuern zu bezahlen. Seit ihrem Amtsantritt verfolgt Henares aggressiv Steuerbetrüger. Jedoch hofft Olarte, dass bei künftigen „PR-Aktionen“ Henares ihr Temperament besser zügeln kann, da dieses nur zu Konflikten führt.

Ärzte hätten es pauschal nicht verdient, als Steuerhinterzieher dargestellt zu werden, fügte er hinzu. „Die Ärzteschaft wird dem Land nie zur Last fallen. Die Ärzte werden geschult und verpflichtet, einen noblen Dienst für ihre Landsleute zu erbringen. Dies beinhaltet den Schutz deren Gesundheit und deren Lebens.“


Quelle u.a.: http://www.rappler.com/nation/52042-ph-medical-association-bir-advertisement