Wegschauen und totschweigen? 4.234 Kinder wurden 2013 vergewaltigt

10. Feb. 2014 – Aufzeichnungen der Polizei zeigen eine dramatische Zunahme um 26% der Opfer von Kindsvergewaltigungen im vergangenen Jahr. Auch wenn der Anstieg möglicherweise mit geänderten Verfahren bei der Verbrechensmeldung in Verbindung steht, erschrickt man beim Blick auf die absolute Zahl.

Denn während im Jahr 2012 die Polizei „nur“ 3.355 vergewaltigter Kinder registrierte, waren es im Jahr 2013 bereits 4.234 Fälle. Und das sind nur die gemeldeten offiziellen Zahlen. Die Berichte in den Medien stellen also lediglich eine kleine Spitze des Eisbergs dar, die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.

Die Polizei fordert nun die Bevölkerung mit einer Kampagne auf, die Übergriffe auf Kinder zur Anklage zu bringen. „Wir rufen die Eltern und Kinder auf, die Straftaten gegen sie zu melden, damit wir entsprechende Aktionen gegen die Täter einleiten können.“, sagte der Leiter der Polizei, Alan Purisima.

Laut den Behörden, gebe es keine auffälligen Anzeichen bei diesen perversen Tätern. So könnten diese der freundliche Nachbar sein, ein Verwandter, ein Spielkamerad oder ein beliebiger Fremder. Die Polizei meint, dass die beste Verteidigung gegen diese Täter, eine erhöhte Wachsamkeit sei. Purisima sagte, es bestehe die Notwendigkeit, ein wachsames Auge auf verräterische Veränderungen im Verhalten möglicher Verdächtiger zu behalten.

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Allein im Januar registrierte die Polizei mehrere Fälle von spektakulären Kindsvergewaltigungen. So wurde ein grausamer Fall eines psychisch gestörten Mannes gemeldet, der ein sieben Jahre altes Mädchen in Bukidnon vergewaltigt und getötet hat, bevor er auf der Flucht festgenommen wurde. Ebenso wurde über einen Fall berichtet, bei dem ein Mann in Manila, ein junges Mädchen unter Drogeneinfluss vergewaltigte und tötete.

Laut Polizei hätten viele der jungen Opfer, ihren Täter auf Social Networking Seiten getroffen. Deshalb riet sie den Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder wachsamer zu sein, da sich dank moderner Kommunikationstechnik die Gefahr erhöht habe. Jedoch beklagt die Polizei auch, dass viele Täter unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol, die Tat begingen.

Die Anzahl der Vergewaltigungen von Kindern liegt allerdings weit höher als die zuvor genannte Zahl, angesichts der Tatsache, dass nicht alle Opfer Anklage einreichen. Dies geschehe häufig vor dem familiären Hintergrund und des damit ausgeübten Drucks sowie derer, die sich generell weigerten, den Fall zur Anzeige zu bringen.

So wurde im letzten Jahr der Fall einer älteren Frau bekannt, die ihren Schwiegersohn ins Gefängnis bringen wollte, da dieser ihre Enkelin sexuell missbrauchte. Als es dann zum Verhör durch die Polizei kommen sollte, erschien die Frau allerdings nicht mehr. Es stellte sich heraus, dass ihre Tochter – also die Mutter des Opfers – sie dazu nötigte die Anklage fallen zu lassen, da diese befürchtete, ihren Mann zu verlieren.

Ein gesellschaftliches Problem? Anbetracht der alarmierenden Zahlen, ist die ausbleibende öffentliche Diskussion hierüber, jedenfalls sehr erschreckend.


Quelle u.a.: http://www.journal.com.ph/index.php/news/national/66797-pnp-records-7409-rape-cases-in-2013