Rückschritt ins Mittelalter? „Unmoralische“ Werbung soll verbannt werden

24. Feb. 2014 – Das Justizministerium unterstützt eine Gesetzesvorlage des Repräsentantenhauses, die unmoralische oder „unzüchtige“ und ablenkende Werbeplakate entlang wichtiger Straßen im Land, verbieten möchte.

Justizministerin Leila de Lima sagte, die Bereitstellung eines solchen Gesetzes sei jetzt erforderlich, da eine wachsende Anzahl von Werbeplakaten mit obszönen Bildern, die Autofahrer ablenken würde, was wiederum verstärkt zu Verkehrsunfällen führe.

Aber viel schlimmer seien, die schädlichen Auswirkungen auf die Moral und Werte der Kinder sowie der allgemeinen Bevölkerung, sagte De Lima.

Um den Begriff „obszön“ zu definieren, empfahl De Lima den Fall ‚Kotinnger‘ als Grundlage des Gesetzentwurfes anzuwenden. In dem genannten Fall definierte der Oberste Gerichtshof, Obszönität als Angriff auf die Züchtigkeit, die Anständigkeit oder das Zartgefühl.

Demnach gilt als Obszönität, wenn tendenziell die Moral untergraben oder beschädigt oder unmoralischer Einfluss ausgeübt wird. In anderen Worten: „Alles was der gesunde Menschenverstand als Unanständigkeit empfindet.“

(Anm.: wenn es nach dem „gesunden Menschenverstand“ geht, sollte sich die Politik erst mal um die eigene Moral kümmern oder will man hier nur von der verfehlten Verbrechens- und Korruptionsbekämpfung ablenken?)


Quelle u.a.: http://www.journal.com.ph/index.php/news/national/67725-doj-supports-bill-banning-obscene-billboards