Taifun-Opfer fühlen sich von „PR-Umfragen“ der Regierung verhöhnt

26. Jan. 2014 – Ärger kochte unter den Opfern des Super-Taifuns Yolanda auf, als etwa 10.000 Überlebende eine Nacht des Gedenkens starteten, die dann in einen Demonstrationszug gegen die Regierung endete.

Überlebende aus verschiedenen Städten Samars und Leytes, einschließlich Tacloban, hielten einen Gedenkzug ab, bei dem sie die Regierung Aquino mit deren Behauptung konfrontierten, dass sie mit den Maßnahmen der Regierung für die Katastrophenopfer zufrieden seien.

Die Protestaktion, die sich selbst als „Menschen Flut“ titulierte, begann am Freitag Abend, als Hilfsorganisationen die Gedenkveranstaltung organisierten, jedoch später als Ventil für Beschwerden und als Unterstützung für die Überlebenden diente.

Die Veranstaltung wuchs spontan, als sie durch die Stadt marschierten und von der Regierung verlangten, endlich etwas gegen ihre Not zu unternehmen. Doch die sitzt im Malacañang Palast und lässt die Kritik durch ihre stellvertretende Sprecherin Abigail Valte abbügeln, die erwiderte, dass die Regierung unbeeindruckt das fortsetzen werde, was sie bisher getan habe.

„Sollten wir Anregungen oder konstruktive Kritik erhalten, werden wir damit gut klar kommen und diese in unsere Pläne aufnehmen.“, sagte Valte und ergänzte, dass der Präsident die Kabinettsmitglieder anwies, ihre Bemühungen trotz der wachsenden Kritik beizubehalten.

Die Überlebenden in Tacloban jedoch, bedankten sich bei internationalen Organisationen für deren Hilfe und kritisierte das Schneckentempo der philippinischen Regierung bei den Wiederaufbaumaßnahmen.

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„Die Regierung? Welche Regierung? Wir erhalten hier in Tacloban keine Hilfe von denen. Die einzige Hilfe, die wir erhalten, ist die von internationalen Organisationen.“, sagte Rowena Berio, eine Bewohnerin.

„Wen verarscht diese Regierung? Die Menschen in Eastern Visayas sind wütend über die veröffentlichten ‚Umfrage-Ergebnisse‘ der Social Weather Stations.“, schimpfte Jun Berino, Generalsekretär der ‚Bagong Alyansang Makabayan‘.

„Das Umfrage-Ergebnis ist eine dreiste Lüge!“, sagte er auf Verweis auf die SWS-Umfrage zwischen dem 11. und 16. Dezember, die dem Präsident Aquino eine „sehr gute“ Bewertung in den Gebieten ausspricht, die entweder von Yolanda oder dem Erdbeben in Bohol verwüstet wurden.

„Die SWS-Umfrage wurde von Malacañang beauftragt. Es ist ein schwacher Versuch, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, der offensichtlich scheiterte.“, ergänzte Berino. „Die Umfrage ist geradezu wahnhaft. Die Regierung Aquino muss sehr verzweifelt sein, dass sie nun damit beginnt, alle Möglichkeiten der Medien beim Kaschieren des Wiederaufbaus auszuschöpfen.“

Ein anderes Opfer, Delia Dacuital, die über zwei Monate in einem Evakuierungszentrum in Tacloban verbrachte, forderte die Regierung auf, ihrer Familie endlich eine richtige Unterkunft und einen Job mit ausreichendem Gehalt zu geben.

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„Die Taifun-Opfer sind wirklich stinksauer auf die Regierung. Sie empfinden die Regierung als unnütz.“, berichtete Berino. „Sie müssen die elenden Bedingungen in den Evakuierungszentren ertragen.“ Und dies, obwohl viele der Schlafbaracken, die als Notunterkünfte dienen sollen, meist leer stünden, da einige Amtsträger auf eine „offizielle“ Einweihung warteten.

„Die Schlafbaracken dienen nur zu PR-Zwecken Aquinos und seiner Speichellecker, um zu zeigen, dass sie irgendetwas tun. Eigentlich wurde bisher keine einzige Familie in diese überteuerten Einheiten verlegt. Tausende von Familien, allein in Tacloban City, wissen nicht wohin sie gehen können.“ ergänzte Berino.

Mit dieser Einschätzung steht Berino allerdings nicht alleine da. Ein Priester, der die Hilfs- und Wiederaufbauarbeiten in Capiz überwacht sagte, ihm sei schleierhaft, wie die Social Weather Stations Umfrage-Ergebnisse produzieren könne, wonach 73 Prozent der Yolanda-Opfer mit der Leistung des Präsidenten zufrieden sein sollen.

Father Mark Granflor, Leiter des ‚Social Action Centers‘ der Erzdiözese von Capiz sagte, die Menschen spürten die überwältigende Hilfe der ausländischen und nationalen Nicht-Regierungs-Organisationen, aber keine von der eigenen Regierung. Es sei rätselhaft, wie die Regierungs-Umfrage dann in den betroffenen Regionen zu höheren Zufriedenheitswerten für Präsident Aquino käme.

„Als ich davon hörte, musste ich schmunzeln. Wo haben sie nur diese Ergebnisse her? Wie haben sie das nur gemacht?“, fragte Granflor in einem Interview.


Quelle u.a.: http://manilastandardtoday.com/2014/01/26/-people-surge-against-pnoy/
und http://newsinfo.inquirer.net/569281/survey-showing-yolanda-victims-happy-with-aquino-handling-questioned