Korruptions-Schlammschlacht: Revillas Verteidigungsrede vorm Senat

21. Jan. 2014 – Senator Ramon Revilla Jr. bestritt gestern, Millionen an öffentlichen Geldern gestohlen zu haben und beschuldigte gleichzeitig Präsident Aquino, ihn in einer geheimen Sitzung mit Innenminister Manuel Roxas unter Druck gesetzt zu haben, im letzten Jahr für die Amtsenthebung des obersten Richters Renato Corona zu stimmen.

„Bitte, mein Freund, gewähre mir diesen Wunsch. Wir müssen ihn seines Amtes entheben.“, zitierte Revilla den Präsidenten bei diesem Treffen, bei dem auch die Minister Roxas und Florencio Abad anwesend waren. „Lasst uns gegenseitig helfen.“, zitierte er Abad.

In seiner Rede bestritt Revilla auch die Vorwürfe, er habe Millionen Pesos an Pork veruntreut, indem er sagte, dass seine Unterschrift auf den Dokumenten, die die Regierung als Beweis vorlegte, Fälschungen seien.

In einer Pressekonferenz des PR-Manns Herminio Coloma, nach Revillas Senatsrede, bestätigte dieser das geheime Treffen, bestritt aber ihn um einen Gefallen gebeten zu haben. „Der Präsident traf sich mit Senator Revilla, um die anhaltenden Berichte, dass Senatoren von einigen Lobbyisten beeinflusst würden, zu überprüfen. Er bat den Senator, den Fall auf Grundlage seines Gewissens zu entscheiden.“, sagte Coloma.

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„Es gab keine solche Aussagen. Das ist fernab jeder Realität.“ Coloma sagte, er kenne nicht den Grund, weshalb Revilla für das Treffen ausgewählt wurde oder ob es weitere Gespräche mit anderen Senatoren zum Zeitpunkt des Amtsenthebungsverfahrens gegen Corona gab. Er sagte, die Regierung würde in Kürze mehr Informationen zu dem Treffen veröffentlichen.

Revilla erinnerte sich an die Einladung von Roxas, ihn in seinem Haus in Cubao (Quezon City) zu besuchen, wo er dann aufgefordert wurde, seine Begleiter im Auto zurück zu lassen. Anschließend bestiegen sie das Auto des Ministers. Eine Weile danach, so Revilla, kam Abad dazu, gefolgt vom Präsidenten. Roxas erklärte ihm, weshalb Corona seines Amtes enthoben werden sollte, kurz bevor ihn der Präsident mit seiner Bitte überraschte.

Revilla sagte, er sei verblüfft gewesen, da der Präsident ihm sagte, was er zu tun habe. „Mr. President, ich werde das Richtige tun. Ich glaube, ich sollte das tun, was für das Land richtig ist.“, will Revilla geantwortet haben.

Revilla verspottete wiederholt Aquinos „Tuwid na Daan“ („gerader Weg“: Aquinos Anti-Korruptionsslogan aus seinem Wahlkampf) während seiner Rede.

Er ging mit einer endlos langen Vorwurfsliste gegen die Regierung weiter, wovon sich Revilla einen Nutzen zu seiner Verteidigung versprach. So meinte er, dass seine Staatsplünderungs-Anklagen vorm Ombudsmann, im Vergleich zu den Aufgaben der Überlebenden des Taifuns Yolanda, gering seien.

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„Die Beschuldigung einer Straftat, die man nicht beging, ist immer noch geringfügigerer, als zu sagen: ‚So ist das Leben.‘ und lässt unsere Landsleute in Tacloban City einfach sterben.“, verwies Revilla auf die Worte, die Roxas Taclobans Bürgermeister Alfredo Romualdez sagte, als der sich weigerte, ein Dokument zu unterschreiben, mit dem er die Kontrolle über die Stadt an die nationale Regierung abgetreten hätte.

„Ist das der ‚gerade Weg‘? Wenn ein Geschäftsmann aus Tacloban den Präsidenten um Hilfe bittet, nachdem er von Plünderern beschossen wurde und dann als Antwort erhält: ‚Aber Du bist immer noch am Leben, nicht wahr?‘ Soll das der richtige Weg sein?“, fragte Revilla.

Revilla beschuldigte auch Präsident Aquino, für die massive Armut durch Fahrlässigkeit und eklatantes Versagen verantwortlich zu sein. Selbst das Riesenproblem bei Strom und Energie, habe die Regierung fahrlässig gehandhabt. Bereits 2011 gab es Warnungen vor einer drohenden Stromkrise, aber bis jetzt hat die Regierung keine konkreten Maßnahmen ergriffen, sagte Revilla.

„Als die Stromversorger den Preis erhöhten, rechtfertigte Malacañang dies. War das der ‚gerade Weg‘?“, fragte Revilla. Er setzte seine Litanei der Beschuldigung der Regierung fort und ließ kaum ein Thema aus.

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Zuletzt bestritt Revilla, dass er sich persönlich mit seinem Pork bereichert haben soll. Er behauptete, alle seine Unterschriften seien gefälscht worden, durch den Whistleblower Benhur Luy. Revilla beharrte darauf, keine Geschäfte oder Umgang mit den Informanten bzw. Napoles gehabt zu haben.

Er sagte, die Person, die von den Informanten als sein „Kofferträger“ Richard Cambe identifiziert worden sein soll, sei noch nie sein Stabschef oder sein politischer Sprecher gewesen. „Aber ich werde mich dieser politischen Hexenjagd stellen und harre der Dinge, die mich als nächstes erwarten.“, sagte er.

Er bestritt die Behauptungen von Justizministerin Leila de Lima, dass eine Menge Beweismaterial gegen ihn und seine Mitangeklagten Juan Ponce Enrile und Senator Jinggoy Estrada vorlägen. Er verspottete De Lima, tonnenweise Beweise zu fabrizieren.

Revillas Vater, der in einem Rollstuhl als Zuhörer im Senat war, brach in Tränen aus, als sein Sohn sich ihm zuwandte und versprach, für die Familienehre zu kämpfen.

Später äußerte sich der ehemalige Senator Revilla Sr., er habe nicht erwartet, dass so etwas seinem Sohn und seiner Familie passieren würde (wo dessen Familie doch immerhin aus mindestens 72 Kindern und 16 Frauen besteht und sich sogar gegenseitig ermorden! Vgl. auch HIER: http://www.philippinen.cc/2011/11/revilla-sr-zeugte-72-kinder-familie-zweifelt-an-polizei/).


Quelle u.a.: http://manilastandardtoday.com/2014/01/21/bong-links-pnoy-to-corona-ouster/