„Gefängnisausbruch“ in Leyte wegen katastrophaler Zustände

31. Jan. 2014 – Fast 200 Häftlinge eines philippinischen Gefängnisses, das von Taifun Yolanda stark beschädigt wurde, flüchteten am Donnerstag aus einer Haftanstalt. Es ist der zweite Massenausbruch seit dem Taifun.

Der Polizei gelang es zwar schnell wieder 147 der 185 Entflohenen zu ergreifen, die aus dem Provinzgefängnis in Leyte entkamen, doch 38 blieben auf freiem Fuß. Die Häftlinge entkamen am Donnerstag Morgen vor 5 Uhr. Sie bedrohten angeblich einen Aufseher mit einer geschärften Eisenstange, der sie daraufhin aus dem Gefängnis gelassen haben soll.

Die Ausbrecher rechtfertigten ihre Flucht damit, dass sie nicht genug Nahrung erhielten und der schlechten Umstände ihrer Unterbringung, nachdem Yolanda im November ihnen das Dach des Gefängnisses wegriss.

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„Die Probleme der Gefangenen sind fehlende Nahrung, schlechte Lebensbedingungen und langsame Gerichtsverfahren.“, sagte ein Sprecher der Polizei. Der Leiter des Gefängnisses berichtete, dass die Häftlinge auch forderten, ihre Verfahren als beendet zu erklären, da die Unterlagen der Gerichtsverfahren durch den Taifun vernichtet wurden.

Bereits kurz nachdem der Taifun über die Region hinweg zog, entkamen rund 600 Häftlinge des selben Gefängnisses, wovon die Hälfte später freiwillig zurückkehrte. Laut ihrer Aussage waren sie nur geflohen, um ihren Familien wegen der Taifunschäden zu helfen.

Laut einem anderen Bericht, glich der „Ausbruch“ am Donnerstag allerdings mehr einer Protestveranstaltung. So sollen die „Ausbrecher“ von Mitgliedern ihrer Familien abgeholt worden sein. Die Aufseher gaben Warnschüsse in die Luft ab, die von den Häftlingen jedoch ignoriert wurden.

Die meisten Gefangenen wollten offenbar gar nicht ausbrechen, sondern lediglich das Interesse der Öffentlichkeit auf die Zustände in der Haftanstalt lenken. Viele Kleinkriminelle sitzen bereits seit 3 Jahren in dem Gefängnis und befürchten nun, durch die Untätigkeit der Behörden, vergessen zu werden.


Quellen u.a.: http://www.rappler.com/nation/49288-jailbreak-palo-leyte
und http://www.philstar.com/region/2014/01/31/1285092/182-bolt-leyte-jail