Folterkammer der Polizei in Laguna entdeckt

25. Jan. 2014 – Ein bislang unbekanntes Gefängnis der philippinischen Polizei, das offensichtlich ein Schauplatz vieler Folterungen war, wurde in Laguna von der Menschenrechtskommission entdeckt.

Wie die Menschenrechtskommission berichtete, führte der Fall inzwischen zur Ablösung von 10 Polizeibeamten, darunter 9 Beamte des Polizei-Geheimdienstes in Binan, wegen deren angeblichen Folterungen von mutmaßlichen Drogendealern.

„Wir wurden überrascht, dass der Polizei-Geheimdienst Häftlinge festhält, da sie diese den Polizeistationen übergeben sollten.“, erklärte Jacqueline dela Peña vom Regionalbüro der Menschenrechtskommission. „Viele Polizeibeamte waren genauso überrascht wie wir, dass es solch eine Haftanstalt überhaupt gibt. Die PNP hat uns, entgegen ihrer Pflicht, nicht darüber informiert.“

Wie sich zeigte, wurde in den Statusreports nie über die Geheimdienst-Anlage in Binan oder deren Gefangenen berichtet, die per Gesetz seit 2009 jedoch genau dazu verpflichtet sind. „Als Abteilung des Geheimdienstes, ist es nicht ihre Aufgabe, eine Haftanstalt zu unterhalten.“, sagte sie und ergänzte, dass der Geheimdienst die Folteranstalt in Binan in einem Wohngebiet betrieb.

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Die Arrestzellen waren für 10 Häftlinge ausgelegt, doch zuletzt wurden rund 50 Häftlinge dort festgehalten. Aufgrund einer Beschwerde vor dem Staatsanwalt vom 9. Januar, fand die Menschenrechtskommission 51 Häftlinge, die in den Händen der Polizisten geschlagen oder mit Strom gefoltert wurden. Alle Gefangene wurden wegen Drogendelikten verhaftet und viele von ihnen wurden seit dem letzten Jahr festgehalten.

Dela Peña berichtete, die Polizisten folterten die Häftlinge, um sie zu Geständnissen zu zwingen oder Informationen über die Herkunft ihrer Drogen zu erhalten, jedoch auch um Geld von ihnen zu erpressen. Einige wurden auch durch die Polizisten zu deren Belustigung gefoltert, wenn sie betrunken waren. Lediglich alte Häftlinge scheinen von den Folterungen verschont worden zu sein.

Die 10 Beamte wurden wegen schweren Verfehlungen angeklagt und innerhalb Camp Sandigan unter Arrest gestellt. Des weiteren werden sie einem Seminar zur „moralischen Wiederherstellung“ unterzogen.

„Es dreht sich nicht darum Kriminelle oder Verdächtige zu schützen. Sondern es geht darum, unschuldige Zivilisten vor der Staatsgewalt und ihren ausführenden Organen zu beschützen.“, sagte Loretta Rosales, die Vorsitzende der Menschenrechtskommission.

Laut Dela Peña wollten, offenbar aus Angst vor Repressalien, nur 15 Häftlinge formelle Anklage gegen ihre Folterknechte erheben, darunter zwei Minderjährige (16 und 17 Jahre alt) und eine Frau.


Quelle u.a.: http://newsinfo.inquirer.net/568875/police-torture-chamber-found-in-laguna