Deutsche Studie: so zerstören die PH ihre Naturparadiese

16. Jan. 2014 – Das Management der philippinischen Naturschutzgebiete erhielt schlechte Zensuren in einer Studie, die vom ‚Department of Environment and Natural Resources‘ (DENR, Umweltministerium) und der deutschen Regierung in Auftrag gegeben wurde.

Die gestern veröffentlichte Studie, untersucht die Leitung der Naturschutzgebiete durch die nationalen und lokalen Behörden, wie des Mt. Pulag in der Cordillera oder der Batanes-Inseln.

Die Studie wurde zwischen März und August 2013 durchgeführt und verwendete einen international anerkannten Rahmen für ihre Bewertung der Wirksamkeit der derzeitigen Politik und Praxis, hinsichtlch der Erhaltung der Naturparks.

Dabei wurden Personen befragt, die unmittelbar in die Verwaltung der Naturschutzgebiete involviert sind, wie die Leiter der Parks, lokale Regierungsbeamte, Förster oder Gemeinderäte. In die Umfrage wurden auch Experten einbezogen, wie Umweltschützer und Biodiversitäts (Artenvielfalt) Wissenschaftler.

Die Studie, die den Namen „National Management Effectiveness and Capacity Assessment“ (NMECA) trägt, bewertet 61 Naturschutzgebiete und entspricht somit rund 25% aller 240 Naturschutzgebiete im Land.

Laut Dr. Ernesto Guiang, einem der Autoren des Berichts, wurden diese Gebiete ausgewählt, da sie die geringste Finanzierung durch Spenden hätten. Die Erkenntnisse dieses Szenarios, soll der Regierung eine Einschätzung vermitteln, wo die Lücken am größten sind.

Der Bericht stellt eine Gesamtdurchschnittsnote von 58% für die Naturschutzgebiete fest, die einem „ausreichend bis mangelhaft“ entsprechen. Für diese schlechte Bewertung seien große Probleme im Management der Naturschutzgebiete verantwortlich.

1. Fehlende Mittel und fehlendes Personal

Die Studie zeigt klar, dass im Durchschnitt nur eine Person bezahlt wird, um die Erhaltung und Verwaltung einer Fläche von rund 12.300 Hektar zu überwachen. So werden z.B. die 59.000 Hektar des legendären Mount Apo von lediglich 8 Personen betreut.

Diese extreme Unterbesetzung basiere auf dem Mangel an Mitteln. So stellt die Regierung nur 39 Pesos pro Hektar zu schützender Fläche zur Verfügung. Diese mickrige Finanzierung und der Personalmangel führten zu der schlechten Pflege der Naturparks.

2. Schwache Gesetzgebung

Ein Grund für die schlechte Finanzierung der Naturschutzgebiete, liegt im Fehlen einer angemessenen Gesetzgebung, die sie mit Priorität unterstützen sollte.

Die Studie stellte jedoch fest, dass lediglich 8 Gebiete durch das Gesetz geschützt werden. Obwohl dies eine bessere Personaldecke, Finanzierung und Anerkennung ermöglichen würde, was mehr Investoren und Spender anziehe.

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3. Widersprüchliche Richtlinien

Viele Richtlinien zum Management der Naturparks wurden von unterschiedlichen Gruppen erlassen. So überlappen sich z.B. Richtlinien die das Umweltministerium erließ, mit Massnahmen die aus uralten Zeiten stammten.

Aber auch lokale Regierungseinheiten, die eine Gerichtsbarkeit über die Naturschutzgebiete beanspruchten, verfolgten damit ihre eigene Politik. Dies mache jedoch eine Haftung schwierig.

Bauordnungen, Grenzkonflikte, Landstreitigkeiten und Ressourcenstreits führten zur Verwirrung. Kurz gesagt, zu viele Köche verderben den Brei.

4. Begrenzte Unterstützung der Provinzregierungen

Einige Provinzregierungen umfassten nicht einmal die zu schützenden Bereiche in ihren lokalen Flächennutzungsplänen. Damit ist die Provinzregierung nicht in der Lage, Gelder den Naturparks zur Verfügung zu stellen, selbst wenn sie davon profitierten.

Denn wenn diese langfristig bewirtschaftet würden, könnten die Naturparks den Kommunen frisches Wasser und andere natürliche Ressourcen bieten, von denen die Gemeinden profitierten.

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5. Veraltete Managementpläne

Obwohl die meisten der untersuchten Naturparks Managementpläne hätten, seien diese veraltet und nicht auf dem aktuellen Stand. Somit enthielten diese Pläne auch nicht die richtigen Strategien zur Erhaltung und Schutz.

6. Ungenutztes Ökotourismus-Potenzial

Nur sehr wenige Standorte meldeten Ökotourismus-Aktivitäten, als Beitrag zur lokalen Wirtschaft. Nicht viele Gemeinden nutzten die Fülle der Parks, um mehr Einnahmen aus den Naturparks zu generieren. Aufgrund fehlender Investitionen seien die Gemeinden nicht motiviert, den Park zu schützen.

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7. Mangel an Know-how über Parkmanagement

Die Mitarbeiter der Naturschutzgebiete, in praktisch allen Bereichen, verfügten nicht über die erforderliche Ausbildung, um ihre Parks effektiv zu verwalten.

Der Bericht wurde von der deutschen Bundesregierung (GIZ – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) finanziert. Die GIZ übergab den Bericht an das philippinische Umweltministerium.

Die Leiterin des ‚Biodiversity Management Bureaus‘ (gehört zum Umweltministerium), Theresa Mundita Lim meinte, dass ihre Behörde „schauen werde, wie sie die Ergebnisse in zielgerichtetere Aktionen vor Ort umsetzen werde.“

Die Philippinen gelten als eines der biologisch reichsten Länder der Welt. Aber sie wurden auch als „Brennpunkt“ ausgemacht, der mehr als 70% seines ursprünglichen natürlichen Lebensraums bereits verloren hat.


Quelle u.a.: http://www.rappler.com/nation/48028-ph-protected-areas-management-rating-poor-fair