Warum lügt die Regierung bei der Anzahl der Toten?

19. Nov. 2013 – Die Zahl der Todesopfer des Taifuns Yolanda entfernt sich immer weiter von der „Schätzung“ des Präsidenten und erreicht mit 4.881 einen traurigen Rekord, nachdem nun endlich in Tacloban City und in anderen Regionen die Leichen geborgen werden.

Supt. Pablito Cordeta vom ‚Bureau of Fire Protection‘, das zur Leichenbergung beauftragt wurde, berichtete dass sie 905 Tote in Tacloban City bargen, die offensichtlich noch nicht in der genehmigten „offiziellen“ Zählung der Katastrophenschutz-Behörde enthalten sind.

„Diese Toten wurden in Tacloban City geborgen.“, sagte Cordeta. „Deren Erfassung dauert drei Tage, bevor wir diese zur offiziellen Zählung des NDRRMC weitergeben können.“

Die neueste Anzahl der Toten übersteigt bereits die 4.460 Toten, die die Vereinten Nationen am 16. November nannten und sind ebenfalls viel höher als die 2.500 Todesfälle, die Präsident Aquino in einem Interview mit internationalen Medien schätzte.

Die Anzahl der Todesopfer wurde deshalb öffentlich so kontrovers diskutiert, da u.a. ein lokaler Beamter diese auf „möglicherweise bis zu 10.000“ schätzte und Aquino ihn dafür von seinem Posten enthob.

Die Schätzung des Präsidenten und die Berichte, dass Innenminister Mar Roxas angeblich die Beamten um „Reduzierung“ der Todesfallzahlen aufforderte, führte zu Spekulationen darüber, was der Grund der nationalen Regierung hierfür war.

Dass man damit in den internationalen Medien, die dieser Tage ein besonderes Augenmerk auf die Philippinen haben, nicht gerade ein kompetentes Bild liefert, zum ohnehin durch Korruption ramponierten Image, sollte jedem in dem Land klar sein.


Quelle u.a.: http://manilastandardtoday.com/2013/11/19/death-toll-now-4-881/