Tacloban: VIPs auf „Sightseeing Tour“ zwingen Flugzeug mit Hilfsgütern zur Umkehr

17. Nov. 2013 – Eine C-130 Maschine der malaysischen Luftwaffe, die mit Tonnen von Hilfsgütern auf dem Flughafen in Tacloban landen wollte, wurde wegen eines kleinen Privatflugzeugs mit acht VIPs dazu gezwungen, abzudrehen und zum Flughafen Mactan in Cebu zu fliegen. Dies obwohl die gesamte Stadt und ihre Bevölkerung auf die dringend erforderlichen Hilfslieferungen wartet.

Unter Berufung auf die begrenzte Kapazität des Flughafens, ordnete Innenminister Mar Roxas die ‚Civil Aviation Authority of the Philippines‘ (CAAP) an, große Transportflüge mit Hilfsgütern bevorzugt zu behandeln und kleinere Privatflugzeuge, die eine Verteilung der Hilfsgüter eher verzögerten, abzuweisen.

Er ordnete auch an, sicherzustellen, dass alle Flüge mit Hilfsgütern für Tacloban auch tatsächlich landen könnten, nach dem er erfuhr, dass die malaysische C-130 abgewiesen wurde und das wegen einer gecharterten ‚Beechcraft King Air‘ Maschine.

„Es gibt Hilfsflüge, die keine Landeerlaubnis erhalten, aufgrund des Flugaufkommens hier.“, berichtete Roxas während des täglichen Meetings des Katastrophenschutzes. Er merkte an, dass der Flughafen Tacloban, nur drei Flugzeuge gleichzeitig abfertigen könne.

„Und dann kommt eine King Air mit acht Personen und eine C130 mit Tonnen von Hilfsgütern gleichzeitig an. Welche lassen Sie als erste landen? Leider wurde die C130 abgewiesen und musste nach Cebu ausweichen.“, sagte Roxas. „Wer auch immer dafür verantwortlich war, dieser King Air Flug hätte nach Cebu geschickt werden und dort auf seine Freigabe warten müssen.“

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Roxas ergänzte, dass er angeblich nicht wisse, wer die acht Passagiere des Charterflugs waren. Aber er mutmaßte, dass es sich um die Leiter einer privaten Hilfs-Organisation gehandelt haben könnte. Während die Regierung dankbar für jede private Hilfsorganisation sei, sollten deren Privatflüge nicht die Lieferung von Hilfsgütern behindern.

Er ergänzte noch, dass eine Gruppe von ausländischen Ärzten am Flughafen Cebu seit knapp einer Woche, zusammen mit ihren medizinischen Geräten auf ihren Transport nach Tacloban warteten. „Wir müssen die Flüge, die direkt bei den Hilfsaktionen beteiligt sind, priorisieren. Wir sollten sicherstellen, dass bevor ein Flug von Cebu oder Manila startet, dieser auch tatsächlich in Tacloban landen kann und nicht noch unnötig Treibstoff verbraucht.“

Laut CAAP würde man medizinische Evakuierungen und Hilfsflüge priorisieren und ab sofort, die Landung privater Flugzeuge streng beschränken. Die CAAP habe darüber hinaus die Flughäfen in Guiuan und Borongan (Eastern Samar) und in Catbalogan City (Samar) geöffnet, um C-130 Transporten und militärischen Hubschraubern die Landung zu ermöglichen.

In Borongan wurde Roxas durch drei LKW mit Hilfsgütern am Freitag überrascht, die außerhalb des Capitol-Geländes „warteten“, als er die Hauptstadt Eastern Samars besuchte. „Unseren Fahrzeugen ist der Sprit ausgegangen. So gerne wie wir den Taifun-Opfern auch helfen wollen, aber es gibt nirgendwo Kraftstoff zu kaufen.“

Gestern wurden vier Tankstellen wiedereröffnet. Allerdings müssen diese von der Polizei bewacht werden. Die Polizisten sollen auch dafür sorgen, dass sich die wartenden Menschen beim Kraftstoffkauf nicht vordrängeln. Der Sprit wird hauptsächlich für Generatoren in Krankenhäusern und anderen lebenswichtigen Einrichtungen verwendet.


Quelle u.a.: http://newsinfo.inquirer.net/528415/c-130-cargo-plane-on-mercy-mission-has-to-give-way-to-small-plane-of-vips