Keiner versteht die „zwanghaften“ Statistiken zu den Taifun-Toten

25. Nov. 2013 – Wie ein trotziges Kind, das darauf besteht, Recht zu behalten, entgegen aller Beweise für das Gegenteil, forderte Präsident Aquino letzte Woche seine Minister auf, die am stärksten von Taifun Yolanda betroffenen Regionen zu untersuchen, die seiner Meinung nach, „verdächtig viele Tote“ aufwiesen.

Herr Aquino hatte bekanntlich der Welt in einem Interview auf CNN erklärt, dass sein Gespür ihm verrate, dass die ersten Schätzungen von 10.000 Toten, viel zu hoch waren und er erwarte, dass die tatsächliche Zahl zwischen 2000 und 2500 liegen würde.

Doch als die offizielle Zahl bereits die Verdoppelung seiner eigenen Schätzung aufwies, ordnete er seine Justizministerin und den Wissenschaftsminister an, die hohe Anzahl der Todesopfer in Tacloban City, Tolosa, Tanauan, Palo, Dulag und anderen nahe gelegenen Gebiete zu untersuchen, auf die laut seiner Regierung mehr als 90 Prozent der Todesfälle entfielen.

„Es gibt Satelliten-Bilder, die nicht nur die Auswirkungen des Taifuns zeigen, sondern auch die am stärksten betroffenen Bereiche.“, zitierte ein Regierungssprecher den Wissenschaftsminister. In Ermangelung einer vernünftigen Erklärung für diesen Umstand, dass diese nicht deckungsgleich seien, scheint eine Überprüfung der Todesopfer im besten Fall den geringsten Aufwand zu verursachen, aber im schlimmsten Fall den gruseligsten.

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Anbetracht der vielen Toten und der Zerstörung und den dringenden unerfüllten Bedürfnissen Hunderttausender Überlebender, stellt sich die Frage: Ist es wirklich nötig, hier noch eine weitere Untersuchung anzuordnen? Und zu welchem ​​Zweck denn überhaupt?

Geschieht dies alles zum Vergnügen des Präsidenten, seiner Vorliebe den schwarzen Peter anderen zuzuschieben und jemand anderem die Schuld in die Schuhe zu schieben, in diesem Fall den lokalen Politikern, von denen viele selbst Opfer wurden? Oder will der Präsident lediglich beweisen, dass seine Schätzung doch nicht so gnadenlos daneben lag?

Keiner dieser Gründe ist jedenfalls eine Rechtfertigung auch nur ein Jota an Zeit und Ressourcen zu verschwenden, die nämlich bei der Hilfsgüterverteilung, die ohnehin viel zu langsam erfolgt, wie das Sozialministerium eingestand.

Die Abgeordnete Luz Ilagan traf den Nagel auf den Kopf, als sie sagte, dass der Präsident sich besser um die leidenden Überlebenden kümmern sollte, statt die Toten zu zählen. Ein anderer Abgeordneter bezeichnete die Zahlenspiele mit den Todesopfer, als eine „zwanghafte Manie“.

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In einem Interview am 19. November in einer US-Talkshow, beschrieb der CNN Journalist Anderson Cooper, wie Überlebende tagelang auf sich allein gestellt waren, ohne dass die philippinische Regierung bei der Suche nach ihren Familien, auch nur einen Finger gekrümmt hätte. Er bemängelte auch das Fehlen genauer Zahlen über die Todesopfer.

„Niemand weiß es genau. Ein Polizeichef meinte 10.000 und darauf hin wurde er gefeuert. Die Regierung erklärte, ‚Oh nein! Es ist nicht so schlimm, es sind nur etwa 2000 oder so.‘ Nun, ist es aber doch viel schlimmer, als das … aber ich glaube, sie haben einfach keine Ahnung. Es gibt keine exakte Zählung.“, bemängelte er.

Angesichts Aquinos Image-Schaden, wären wir nicht überrascht, wenn der Präsident als nächstes eine Untersuchung des CNN-Reporters Anderson Cooper anordnete.


Quelle u.a.: http://manilastandardtoday.com/2013/11/25/a-ghoulish-order/