Regierungsfehler: „Wir hätten sagen sollen, erwartet einen Tsunami“

15. Nov. 2013 – Was wäre, wenn die Behörden vor einem Tsunami gewarnt hätten? Hätte dies mehr Leben gerettet? Fast eine Woche nach dem Super-Taifun Yolanda (Haiyan) die zentralen Philippinen verwüstete, gab die Regierung zu, Lehren ziehen zu müssen – speziell Lehren, die mehr Menschen das Leben retten können hätten.

Der Leiter des „PR-Büros“ des Präsidenten (PCOO), Sonny Coloma meinte zwar, dass die Regierung ausreichend auf Yolanda vorbereitete, jedoch vielleicht die Gefahr besser kommunizieren hätte können. „Auch wenn diejenigen, die in Leyte und Samar leben, ausreichend Erfahrung mit Taifunen gesammelt haben, war dies das erste Mal, dass sie eine Sturmflut erlebten. Das hätten wir besser als einen ‚Tsunami‘ erklärt. Dies könnte eine Lehre sein.“, sagte er.

Der Bürgermeister von Tacloban City, Alfred Romualdez stimmte dem zu. „Wir haben Tsunami-Übungen durchgeführt. Aber eine Sturmflut kennen die Menschen nicht.“, sagte er CNN. Die Tatsache, dass auch Romualdez sich Zuflucht direkt am Meer suchte, zeigt, dass er selbst nicht mit einer Sturmflut gerechnet hat. Dies erklärt auch, weshalb viele in Tacloban überrumpelt wurden.

Familien, die in Küstengebieten von Tacloban lebten, wurden zwar evakuiert, jedoch wurden die Evakuierten dann in den Evakuierungszentren von den Wellen überrascht.

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Dennoch versucht Coloma glaubhaft zu machen, dass die Regierung die Schwere der Sturmflut nicht falsch einschätzte und bestand darauf, „die Regierung hätte mit allen möglichen Szenarien gerechnet.“

Am Donnerstag den 7. November, also einen Tag bevor Yolanda auf das Land traf, hielt Präsident Aquino eine Fernsehansprache, um die Filipinos vor dem drohenden Sturm zu warnen und sagte, man erwarte den Verlauf beginnend in Samar und Leyte, über Masbate, Cebu, Panay, Romblon, Mindoro und Palawan.

Aquino sagte weiter: „Sturmfluten werden in Ormoc, Ginayangan Ragay Golf in Albay und Lamon Bay in Atimonan erwartet.“ Er fügte hinzu: „Wellen in diesen Bereichen können fünf bis sechs Meter Höhe erreichen.“

Aber er erwähnte in seiner Rede nichts von einer Sturmflut in Tacloban, obwohl das Projekt NOAH (Nationwide Operational Assessment of Hazards) Tacloban als das dritte Gebiet mit den höchsten Sturmfluten vorhersagte. Projekt NOAH war äußerst genau in seiner Prognose, im Gegensatz zur Reaktion der Regierung auf die Schäden.


Quelle u.a.: http://www.rappler.com/nation/43731-we-should-have-said-tsunami-haiyan