9 Jahre unschuldig im Gefängnis, wegen manipulierter Beweise

22. Okt. 2013 – Der Oberste Gerichtshof hat einen seit 2004 inhaftierten Drogendealer freigesprochen. Nachdem angeblich bei ihm von der Polizei Shabu beschlagnahmt und vor dem Gericht als Beweismittel präsentiert wurde, davon jedoch 0,1796 Gramm fehlten.

Der Supreme Court lehnte die „Theorien“ der Staatsanwaltschaft ab, wie sich die 0,4 Gramm Shabu, die bei Jovi P. angeblich beschlagnahmt wurden, sich in 0,2204 Gramm verwandelt haben sollen, als sie der Vorinstanz in Iriga City präsentiert wurden.

„Spekulationen können nicht gegen konkrete Beweise ankommen, da das, was angeblich beschlagnahmt wurde, nicht den forensischen Beweisen entspricht. Dies impliziert eine Manipulation des Beweismaterials. Das Gericht kann die Verurteilung von P. nicht auf Basis gefälschter Beweise bestätigen.“, heißt es in der Begründung.

Der Verdächtige hatte lange behauptet, er sei von der Polizei herein gelegt worden. Er wurde im Mai 2004 in seinem Haus in Nabua (Camarines Sur) festgenommen. Die Polizei behauptete, P. hätte einen Beutel mit Shabu im Wert von 1.000 Pesos einem Undercover-Polizist verkauft. Die Substanz wurde von der ‚Philippine Drug Enforcement Agency‘ als Shabu bestätigt.

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P. behauptete jedoch, dass er eingeschlafen war, als er von seiner Frau geweckt wurde. Diese sagte ihm, dass Polizisten in seinem Haus seien. Er sagte, die Polizisten beschuldigten ihn, ein Drogendealer zu sein und fragte ihn nach seiner Shabu-Quelle.

Da er ihnen keinen Namen nennen konnte, erinnerte sich P., wurden ihm Handschellen angelegt und ein Polizist nahm 1.000 Pesos aus seiner Brieftasche. P. sagte, dass er mit seiner Frau und Kind nach Camp Simeon Ola gebracht wurde, wo ihn erneut ein Polizist aufforderte, seinen Shabu Händler zu nennen. Er bestritt den Beutel Shabu besessen zu haben. Der Polizist verlangte darauf hin 80.000 Pesos für seine Freilassung.

Das Gericht in Iriga City wies jedoch P.s Version ab, sprach ihn wegen Drogenhandels im September 2007 schuldig und verurteilte ihn zu lebenslanger Haft. Er wurde auch zu einer Strafe von 500.000 Pesos verurteilt. Das Berufungsgericht bestätigte zunächst seine Strafe und sagte, dass die Polizei glaubwürdig war und dass die Staatsanwaltschaft alle Beweise der Straftat vorgelegt habe.

P. saß nun rund 9 Jahre unschuldig im Gefängnis.


Quelle u.a.: http://newsinfo.inquirer.net/511665/discrepancy-in-weight-of-shabu-earns-man-release-from-prison