Erdbeben Bohol: Das dreckige Spiel der Profiteure bei der Hilfsgüterverteilung

23. Okt. 2013 – Darauf bestehend, dass die Lokalregierung die Hilfsgüter an die Erdbebenopfer verteilen soll, hat der Bürgermeister von Maribojoc, Leoncio Evasco freiwillige Helfer des Philippinischen Roten Kreuzes verjagt, nachdem sie sich weigerten, ihm ihre Hilfsgüter auszuhändigen.

Evasco sagte er sei von der „Arroganz“ der Vertreter beleidigt worden. So behauptete er, forderten sie eine Liste der Begünstigten, damit sie die Hilfsgüter verteilen könnten. „Wenn sie helfen wollen, dann sollen sie geben.“, sagte er. „Aber ohne Bedingungen!“

Laut Informanten vor Ort, hätten lokale Politiker die Aushändigung der Hilfsgüter von nichtstaatlichen Organisationen gefordert, um diese an die Opfer zu verteilen. Allerdings würden diese die „Hilfe“ deshalb verteilen, um später bei den Wahlen von ihrer „Großzügigkeit“ zu profitieren.

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In Manila bestätigte das Rote Kreuz, dass Bürgermeister Evasco die Organisation bei der Verteilung stoppte, da er die Güter für die lokale Regierung forderte. „Die lokale Regierung wusste, dass das Team dort hin geht. In der Tat waren wir bereits seit Mittwoch vor Ort, um die Situation in der Region zu bewerten und zu ermitteln, wer die Hilfsgüter erhalten soll, da unsere Priorität sich danach richtet, wer wirklich in Not ist.“, hieß es beim Roten Kreuz.

„Die Leute hatten sich bereits angestellt, als Bürgermeister Evasco unsere Helfer aufforderte zu stoppen. Er sagte einem unserer Mitarbeiter: ‚Ich bin sehr enttäuscht von Ihnen. Ich bin von dem Roten Kreuz enttäuscht. Was ich wollte war, Sie geben uns die Güter und lassen uns die Waren verteilen‘.“, wird der Bürgermeister zitiert. „Er sagte, falls wir auf unser Verteilungssystem bestehen, sollen wir besser damit aufhören und verschwinden.“

Evasco, der früher Stabschef des „Hardliner“-Bürgermeisters von Davao City, Rodrigo Duterte war, soll sich auch mit dem Vorsitzenden des Roten Kreuzes, Richard Gordon angelegt haben, als dieser am Freitag nach Maribojoc ging. Doch Evasco behauptete nun: „Ich bin nicht derjenige, der eine Organisation für seine eigenen politischen Ziele benötigt. Macht uns nicht zu ‚Hunden‘, die nur deshalb folgen, weil Sie Hilfsgüter haben.“

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Das Rote Kreuz erklärte, es könne einer Verteilung durch Politiker nicht befürworten. Weiter hieß es, man befolge strenge Kriterien für die Auswahl der Begünstigten, da die Güter nicht für alle Einwohner reichten. Darüber hinaus sei man gegenüber seinen Spendern verpflichtet. „Unser System wurde weltweit anerkannt. Dies ist auch der Grund, weshalb wir Mittel von unseren Spendern erhalten.“

In Manila orderte Innenminister Mar Roxas die Polizei an, Berichte zu überprüfen, wonach einige skrupellose Lokalpolitiker willkürlich Hilfsgüter in Bohol zurück hielten. „Es gibt keinen Grund, den Opfern des Erdbebens, die Hilfe vorzuenthalten. Die Regierung stellt sicher, dass es genug Hilfsgüter für die Menschen gibt.“ sagte Roxas in einer Erklärung.

Doch nicht nur Lokalpolitiker wollen die Katastrophe für ihre persönlichen Zwecke ausnutzen, sondern selbst Vizepräsident Jejomar Binay wird ein vorgezogener „Wahlkampf“ in den vom Erdbeben verwüsteten Provinzen nachgesagt, nachdem Fotos auftauchten, die mit seinem Namenszug beschriftete Taschen, gefüllt mit Hilfsgütern zeigten.


Quellen u.a.: http://newsinfo.inquirer.net/512307/bohol-mayor-drives-out-red-cross-team
und http://technology.inquirer.net/30669/binay-lambasted-online-for-epal-relief-bags