Folge des Erdbebens: Doline verschluckt ganzes Haus

28. Oktober 2013 – Wissenschaftler haben damit begonnen, Dolinen (Erdkrater) in Bohol und Cebu aufzuspüren, nachdem man eine mehr als fünf Kilometer lange und drei Meter hohe Felsformation in Bohol entdeckte, aufgrund des kürzlichen Erdbeben der Stärke 7,2.

Drei Geologen des ‚Mines and Geosciences Bureaus‘ (MGB) sollen einer Gefahrenkarte für Bohol und Cebu erstellen. Dabei wollen sie Gebiete mit Dolinen identifizieren, die Gebäude oder ganze Städte bei schweren Regenfällen oder Überschwemmungen verschlucken können.

So haben sie einen verdächtigen 15-Meter-Krater in Cebu ispiziert, der nach dem Erdbeben zwischen den Städten Sagbayan und Catigbian auftrat. Aber das Team sucht nach größeren und versteckten Dolinen, die ganze Berge und Ansiedlungen einstürzen lassen könnten.

Die Erde in Bohol und Cebu besteht überwiegend aus Kalkstein. Darüber hinaus setzt sie sich in Bohol zusätzlich aus Korallen zusammen. Die Erosion des Kalksteins und der Korallen resultieren dann oft in Dolinen, die sich bei starkem Regen oder Erdbeben öffnen und ganze Häuser und Städte verschlucken können.

Tintenwelt - Ihr Shop für Tintenpatronen und Toner

Jetzt ist es einfacher für die Geologen und Anwohner nach Dolinen bei den Städten Sagbayan und Catigbian zu suchen, da eine Felswand entdeckt wurde, die mehr als fünf Kilometer lang und drei Meter hoch ist. Unterhalb der Wand befindet sich eine tiefe Kluft.

Die Auswirkungen und die Bedeutung dieses geologischen Vorkommens wird derzeit noch untersucht und es ist noch nicht bekannt, ob sich eine größere Doline unterhalb der hervorstehenden zaunartigen Felsformation befindet.

Die Wissenschaftler sind skeptisch, da eine umfassende Kartierung von Dolinen viel Zeit beanspruchen könnte. Zum Beispiel wird die Dolinenkarte von Baguio City, erst im ersten Quartal des Jahres 2014 fertig gestellt.

Baguio City war eines der am schwersten betroffenen Gebiete, bei dem Erdbeben der Stärke 7,9 in der Nähe von Nueva Ecija im Jahr 1990. Damals wurden mehr als 1.600 Menschen getötet. Das Erdreich von Baguio City besteht ebenfalls aus Kalkstein.

DKB-Partnerprogramm

Die Geologen beschäftigen sich auch damit, eine Karte zu erstellen, in der sich die bislang unentdeckte Bruchlinie in den zentralen Philippinen befindet. Diese wurde nur wenige Tage nach dem Erdbeben entdeckt, sagte Renato Solidum, der Leiter des ‚Philippine Institute of Volcanology and Seismology‘ (PHIVOLCS).

„Die neue Bruchlinie in Central Philippines ist noch nicht kartiert. Es ist wirklich schwierig diese aufzuspüren, bei diesem Erdreich aus Kalkstein.“, ergänzte der PHIVOLCS Wissenschaftler Soriano.

Erst gestern starben 4 Mitglieder einer Familie, als eine Doline ihr Haus in Antequerra (Bohol) verschluckte. Laut einem TV-Bericht überlebten lediglich zwei Mitglieder der Familie den Vorfall. Einer der Überlebenden wurde sechs Stunden später, nachdem er bis zur Hälfte seines Körpers in der Doline gefangen war, gerettet.

Das Gebiet wird nun von den Behörden streng überwacht, da weitere Risse in der Nähe dieser Doline gefunden wurden.


Quellen u.a.: http://gulfnews.com/news/world/philippines/scientists-begin-tracking-down-sinkholes-in-bohol-and-cebu-1.1247048
und http://www.journal.com.ph/index.php/news/provincial/60742-bohol-sinkhole-swallows-house-4-dead