Erdbeben Bohol: eine Zwischenbilanz

17. Okt. 2013 – Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens vom 15. Oktober der Stärke 7,2 ist gestern auf 156 gestiegen, wobei die voraussichtlichen Opferzahlen noch weiter ansteigen werden, da Retter und Helfer erst jetzt die am stärksten von der Katastrophe betroffenen Orte, erreichen.

Von den insgesamt gemeldeten Opfern stammen 144 Tote aus Bohol, wo sich das Epizentrum des Erdbebens befand. Cebu vermeldete 11 Tote und Siquijor einen. Insgesamt wurden 374 Menschen bei dem Beben verletzt: 188 in Bohol, 182 in Cebu, 3 in Siquijor und 1 in Negros Oriental. 22 Menschen werden noch vermisst.

Insgesamt sind 3,2 Millionen Menschen in 3 Central Visayas Provinzen von dem Erdbeben betroffen, berichtete das ‚National Disaster Risk Reduction and Management Council‘ (NDRRMC – Katastrophenschutz) in seiner neuesten Veröffentlichung. Dies entspricht 631.809 Familien. 61 Evakuierungszentren beheimaten derzeit 32.954 Menschen, alle in der Provinz Bohol. Außerhalb der Evakuierungszentren erhalten derzeit 14.113 Personen Unterstützung.

Die Zahl der als beschädigt gemeldeten Häuser erreichte 2.066 zusammen in Bohol und Cebu, wovon 605 als zerstört angesehen werden müssen. Aber auch hier sind die Meldungen nicht vollständig. In Bohol riss das Erdbeben Brücken auseinander, zerstörte antike Kirchen und löste Erdrutsche aus, die ganze Häuser verschlangen.

Die umfangreichen Schäden, insbesondere in Bohol, behindern zusätzlich die Hilfs- und Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend (16. Oktober) war die Stromversorgung in Bohol zu 75% wieder hergestellt. Laut dem lokalen Stromversorger, soll in den kommenden 2 bis 3 Tagen der Rest folgen.

Die Nachbeben erschüttern weiterhin die Region. Das ‚Philippine Institute of Volcanology and Seismology‘ (PHIVOLCS) registrierte insgesamt 1.213 Nachbeben, wovon 24 stark genug waren, um von der Bevölkerung wahrgenommen zu werden.

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Die Schulen in Cebu, Bohol und Dumaguete wurden für den Rest der Woche geschlossen und sollen am Montag den 21. Oktober wieder fortgesetzt werden. Für die Provinzen Cebu und Bohol gilt derzeit der Notstand, der durch die jeweiligen Provinzregierungen bereits wenige Stunden nach dem Erdbeben erklärt wurde.

Am Mittwoch besuchte Präsident Aquino die beiden am schlimmsten betroffenen Provinzen, um die Schäden zu beurteilen und die Rettungsmaßnahmen zu überwachen. Aquino meinte, aus dem Erdbeben sollte man Lehren ziehen, um künftigen Katastrophen das Ziel „keiner Opfer“ zu erreichen. „Das muss das oberste Ziel sein: Wie und wo können wir unsere Systeme und Verfahren verbessern, um die Risiken bei Katastrophen zu minimieren. Das Endziel heißt keine Opfer.“, sagte er.

Darüber hinaus gewährleistete Aquino den Provinzregierungen, dass die nationale Regierung bereit sei zu helfen und dass die „notwendigen Mittel“ auch zur Verfügung stünden.


Quelle u.a.: http://www.rappler.com/nation/41554-central-visayas-quake-toll-oct-17