Barangay Wahl – Festival des Stimmenkaufs: 50 – 1.000 Pesos je Wähler

29. Okt. 2013 – Es war 21 Uhr am Sonntag, als die Alang-Alang Village in Mandaue City noch mit Aktivitäten erfüllt war und die Türen der Häuser noch offen standen. Einige Bewohner hatten sich in kleine Gruppen versammelt und vertrieben sich die Zeit mit Gesprächen darüber, für wen sie bei den Barangay Wahlen am Montag stimmen werden.

Aber eigentlich warteten sie auf die Lokalpolitiker, dass diese vorbei kämen und ihnen ihr „Wahlgeschenk“ (Pahalipay) überreichten, zwischen 50 und 100 Pesos für jeden. Bei einer sechsköpfigen Familie erhielten dann drei Mitglieder jeweils 100 Pesos, zusammen geheftet mit einem Musterstimmzettel, der die Namen der Kandidaten enthielt. Das Geld bestand aus nagelneuen 50 Pesos-Geldscheinen.

Der Barangay Kandidat erklärte, dass die Familienmitglieder das Geld unter sich aufteilen müssten, da sie nicht jeden bezahlen könnten. Zuvor besuchten an diesem Tag bereits zwei weitere politische Bewerber die Village. Einer überreichte 40 Pesos zusammen mit dem Musterstimmzettel, während der andere einen frisch gedruckten 50 Pesos-Geldschein spendierte.

Aber die „Wahlgeschenke“ in Cebu City waren größer. Ein Councilor Kandidat (Barangay Beisitzer) eines nördlichen Barangays in Cebu City sagte, er verteilte in der Umgebung 80.000 Pesos am Sonntag, in Gebinden zu 50 Pesos pro Wähler. Dies enthielt jedoch nicht die zusätzlichen 100 Pesos, die ihre Partei denjenigen gab, die sich verpflichteten, nur ihre Kandidaten zu wählen.

„Dies ist die bislang teuerste Wahl.“, meinte ein Barangay Councilor. Ein scheidender Barangay Captain aus einem anderen Barangay Cebu Citys meinte, dass ihre Gegner sogar 300 bis 500 Pesos pro Wähler angeboten hätten. „Sie zahlen um zu gewinnen!“, sagte der Barangay Captain, der diesesmal als Councilor kandidiert.

Der Barangay-Vorsitzende sagte, dies sei das erste Mal seit der Wahl 2002, dass Stimmenkauf wieder in Cebu City bei einer Barangay Wahl auftauche. Er fügte hinzu, dass die gestrige Barangay Wahl, wie ein Stellvertreterkrieg zwischen dem im Mai wiedergewählten Bürgermeister Michael Rama und dem ehemaligen Bürgermeister Tomas Osmeña war.

Cebu City hat 80 Barangays, 34 im südlichen Bezirk und 46 im Norden. Rama lehnte einen Kommentar zu Berichten über Stimmenkauf oder einen Stellvertreterkrieg ab. Osmeña befindet sich in Italien, bei einer Hochzeit eines guten Freundes und soll am Dienstag zurückkehren.

Edwin Cadungog, Wahlleiter von Cebu City ‚South District‘ sagte, sein Büro erreichten Berichte über Stimmenkauf aus fast allen Barangays, aber diese müssten zuerst überprüft werden. Allerdings zeigten Radioberichte, dass der Stimmenkauf von 20 bis 200 Pesos pro Wähler reichte.

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Zwei Frauen wurden am Samstagnachmittag wegen des Verdachts des Stimmenkaufs, in Talisay City (Cebu) festgenommen. Mary G. (19) und Edita A. (49) wurden von Einwohnern, bis zum Eintreffen der Polizei, festgehalten. Die Polizei beschlagnahmte bei G. 44 Musterstimmzettel mit 150 Pesos und 22 Musterstimmzettel bei A.

Es gab auch Berichte über Stimmenkauf aus Argao, Cordova und Compostela, alle in der Provinz Cebu. Die Bestechungssummen reichten von 50 bis 200 Pesos.

In Eastern Visayas, lag der Betrag für eine gekaufte Stimme bei 40 bis 1.000 Pesos, abhängig von der Position für den sich der jeweilige Kandidat bewarb. Kandidaten zum Barangay Counsilor in Tacloban City (Leyte), zahlten zwischen 40 und 100 Pesos je Wähler, während die Bewerber zum Barangay Captain 200 bis 1.000 Pesos berappten.

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Eine Kandidatin zum Counsilor in Tacloban gab zu, dass sie sich bei einem Kredithai verschuldete, nur um ihre Kandidatur finanzieren zu können. Sie verteilte pro Wähler 100 Pesos, allerdings verfügt die Village über mehr als 800 registrierte Wähler.

Stimmenkauf für 300 Pesos pro Wähler, wurde auch aus Maasin City (Southern Leyte) berichtet. Selbst aus einer Stadt in Eastern Samar sollen die Counsilor Kandidaten 400 Pesos bezahlt haben, während die Bewerber zum Barangay Vorsitzenden 800 Pesos bezahlten.

Auch aus Bacolod City (Negros Occidental) wird über Stimmenkauf berichtet. Nelson Ligaya, ein Barangay Vorsitzender in Bacolod gab an, dass sein Gegner zwischen 500 und 1.000 Pesos pro Wähler verteilte, wobei die 1.000 Pesos an den Familienvorstand gingen.


Quelle u.a.: http://newsinfo.inquirer.net/516203/for-p50-up-to-p1000-each-votes-were-sold-in-visayas-provinces-say-witnesses