Zamboanga Krieg – Bilanz des Rebellen-Aufstands: Es ist (noch nicht) vorbei!

29. September 2013 – Nach fast drei Wochen dauernden Kämpfen, erklärte gestern Verteidigungsminister Voltaire Gazmin, die Regierung habe ihre Mission erfüllt, alle Geiseln der ‚Moro National Liberation Front‘ (MNLF) zu befreien, aber die „Arbeit ist noch nicht vorbei.“

In einer Pressekonferenz sagte Gazmin, die Regierung habe alle Geiseln befreit, müsse jetzt aber noch von Haus zu Haus die Gegend nach den Rebellen durchkämmen, nachdem diese die drittgrößte Stadt der Philippinen vor 20 Tagen angriffen und schätzungsweise 195 Geiseln nahmen. Die Kämpfe forderten etwa 218 Tote, Hunderte Verwundete und schickte mehr als 100.000 Einwohner in die Flucht.

Die Rebellen versuchten offenbar mit dem Angriff einen Friedensplan der Regierung mit einer anderen muslimischen Separatistengruppe zu vereiteln. Dabei brachten sie das Leben der Stadt mit rund einer Million Einwohner praktisch zum Stillstand, haben 10.000 Häuser dem Erdboden gleichgemacht und einst blühende Gemeinden in Schutt und Asche gelegt.

Es war einer der blutigsten und längsten Angriffe von islamischen Separatisten im Süden, dem Schauplatz einer Jahrhunderte langen muslimischen Rebellion zur Selbstverwaltung, in dem weitgehend katholischen Land.

Während ein Militärsprecher die Bedrohung von Zamboanga als „vorbei“ erklärte, wurden Verteidigungsminister Gazmin und Innenminister Mar Roxas im Fernsehen beim Besuch der Martha Street gezeigt, wo die schwersten Kämpfe stattfanden. Aber als Gazmin und Roxas das Gebiet verließen, wurden mehrere Schüsse gehört und in Rio Hondo brach ein Feuer aus.

Anführer entziehen sich der Festnahme

Weder MNLF Gründer Nur Misuari, noch sein Oberbefehlshaber Habier Malik, konnten gefasst werden. Ein Bericht besagt, Malik sei der militärischen Rasterfahndung entkommen und habe sich in den Sulu-Archipel zurückgezogen.

„Wir haben alle Geiseln befreit.“, sagte Gazmin und bezeichnete dies als „Phase 1“ der Operationen. Nun erfolge „Phase 2“, die Durchkämmung jedes Hauses, um mögliche Sprengfallen und Waffen der Rebellen zu entfernen. Dies könnte aber bis zu zwei Wochen dauern, meinten die Offiziere.

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„Der Feind wurde bis auf eine handvoll Rebellen reduziert.“, sagte Gazmin. Das Militär werde jetzt viele seiner Funktionen an die Polizei wieder zurückgeben. Er fügte hinzu: „Wir werden die Polizei hier nicht alleine lassen. Das Militär wird auch weiterhin die Polizei und andere lokalen Regierungstruppen unterstützen.“

Zu Malik konnte Gazmin nicht sagen, ob er tot sei oder es geschafft habe, zu entkommen. „Wir suchen unter den Toten nach ihm.“, sagte ein Militärsprecher. „Wir sind immer noch dabei, die Leichen zu identifizieren.“, sagte er. Es seien über 100 Leichen in der Gegend gefunden worden.

Bangsamoro Republik

Die MNLF Rebellen kamen am 9. September in die Stadt. Sie wollten zum Rathaus marschieren und eine Kundgebung abhalten. Voll bewaffnet, lösten die MNLF Kämpfer eine Panik unter den Bewohnern aus, was zu den Gefechten mit den Regierungstruppen führte.

Die MNLF Rebellen riefen die „Bangsamoro Republik“ aus, nachdem sie behaupteten, die Regierung habe es versäumt, das Friedensabkommen von 1996 vollständig umzusetzen.

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Bürgermeisterin Maria Isabelle Climaco-Salazar sagte, vielleicht sei es für das Militär vorbei, „aber für uns Zivilisten ist es nicht vorbei.“ Sie sagte weiter, es werde etwa eine oder zwei Wochen dauern, bevor man Flächen als sicher erklären könne. Salazar fragte auch: „Wo ist Malik? Ich habe sie danach gefragt, wo er ist.“

In einem früheren Interview sagte Climaco-Salazar, dass die OPAPP (Friedensunterhändler der Regierung) nicht auf Stimmen gehört haben, nach Sulu zu gehen, um mit Misuari zu sprechen, der sich schon lange über die Regierung beschwert habe, dass diese das Friedensabkommen gebrochen habe.

Die Bilanz

Ein Sprecher der Polizei sagte, ihre Aufzeichnungen zeigten, dass insgesamt 18 Soldaten und 5 Polizisten in den Kämpfen getötet wurden. 12 Zivilisten wurden ebenfalls getötet.

167 Soldaten und 14 Polizisten wurden verletzt. Unter Zivilisten wurden 72 als verwundet gemeldet. Die Polizei erfasste auch insgesamt 184 befreite Geiseln.

Auf der MNLF Seite, seien insgesamt 167 Rebellen getötet und 247 gefangen genommen worden. Er fügte hinzu, dass sich lediglich 24 Rebellen ergaben.


Quelle u.a.: http://newsinfo.inquirer.net/497257/it-aint-over-in-zamboanga