Verhaftung einer kanadischen Studentin löst Empörung aus

15. Sep. 2013 – Einwanderungsbeamte verhafteten eine kanadische Studentin am ‚Ninoy Aquino International Airport‘ am Freitagabend, wegen ihrer angeblichen Teilnahme bei der Protestkundgebung während Präsident Aquinos SONA (Rede zur Lage der Nation) im Juli dieses Jahres.

Die Rechtsanwälte von Kim Chatillon-Meunier (24) sagten, sie sei eine Austausch-Studentin. Sie drohten damit, die Philippinen vor den UN-Menschenrechts-Ausschuss wegen Schikanierung von Ausländern zu bringen, die ihre Unterstützung für die Menschenrechte in den Philippinen zum Ausdruck bringen.

Laut ‚Bureau of Immigration‘ war Meunier auf der Beobachtungsliste der Behörde. Sie wurde am NAIA Terminal 3 verhaftet, während sie auf ihren Flug nach Hong Kong wartete. Sie wurde anschließend mit einem Taxi ins BI Gefängnis nach Bicutan (Taguig City) gebracht. Meuniers Anwälte, Edre Olalia und Julian Oliva eilten in das BI Gefängnis, um sich mit ihr zu treffen. Sie stoppten die BI Beamten vor der Durchsuchung des Gepäcks der Studentin ohne Durchsuchungsbefehl.

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„Kim ist stark traumatisiert, da sie allein war, als man sie verhaftete. Sie wurde in das BI Gefängnis gebracht und zusammen mit acht anderen Ausländern eingesperrt. Sie weinte, als wir mit ihr sprachen.“, berichtete Olalia in einem Interview.

Die Menschenrechtsbewegung Karapatan, die die Medien wegen Meuniers Inhaftierung alarmierten sagte, die Studentin habe nicht einmal bei der Anti-SONA Demonstration teilgenommen und fügte hinzu, dass sie erst später bei der Kundgebung vor Ort ankam und lediglich das Programm der Demo beobachtete. Als reguläre Studentin der ‚Université de Montreal‘ in Quebec, wurde Meunier von der ‚Association of Universities and Colleges of Canada‘ für ein Praktikum in den Philippinen ausgewählt. Das Programm wird gefördert und finanziert durch die ‚Canadian International Development Agency‘, einem der größten sozialen Sponsoren auf den Philippinen.

Während sie in den Philippinen war, besuchte sie die Internationale Konferenz für Menschenrechte in den Philippinen im Juli. Sie besuchte auch die ‚International Solidarity and Humanitarian Mission‘ in der Provinz Quezon, zusammen mit anderen ausländischen Teilnehmern, kurz vor der Konferenz. Sie war ebenfalls in der Forschung und Dokumentation des RH Gesetzes für Frauen in Tondo (Manila) beteiligt.

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„Sie hat nicht demonstriert oder gesprochen. Sie ist kein Verbrecher. Sie hat einfach als ruhige Studentin ihre Universitätspflichten erfüllt.“, sagte Olalia. Der Anwalt sagte Meunier hatte gerade ihr Praktikum beendet und wollte nach Hong Kong fliegen, um sich mit einem Freund zu treffen und ein paar Tage vor ihrem Rückflug nach Montreal auszuspannen.

Die NUPL (nationale Anwaltsvereinigung) verurteilte in einer Erklärung die Inhaftierung Meuniers und sagte, dass „dies erneut die völlige Missachtung der einschlägigen internationalen Gesetze und Konventionen widerspiegelt. Bis die Regierung nicht die Rechte von Ausländern respektiert, die sich nicht schon bei der Einreise in dieses Land ergeben, haben wir nicht einmal den Anspruch, ein wirklich demokratisches Land zu sein, das den Respekt der internationalen Gemeinschaft verdient. Die ungerechtfertigte Inhaftierung ist umso empörender im Lichte des freien und ungehinderten Ausreisens von mutmaßlichen Kriminellen und Staatsplünderern, die lachend durch die Schlupflöcher ausreisen.“

„Die Behörden müssen sie gehen lassen und ihr erlauben, nach Hause zu zu ihrer Familie zu fliegen. Es ist die Pflicht der Regierung, dies der traumatisierten jungen Studentin mitzuteilen, die hierher kam, um festzustellen, ob es tatsächlich mehr Spaß in den Philippinen gibt.“ forderte die NUPL.


Quelle u.a.: http://globalnation.inquirer.net/85661/arrest-of-another-foreigner-who-attended-sona-rally-draws-flak