Menschenhandel: Tourismus lockt die Sextouristen an

2. Sep. 2013 – Im vergangenen Juli rettete eine Menschenhandels-‚Task Force‘ acht Frauen, darunter eine 17-Jährige und eine Hörgeschädigte in Moalboal. Berichten zufolge, wurden sie an Ausländer für jeweils 5.000 Pesos „verkauft“.

Zwei Monate zuvor, haben verschiedene Behörden (darunter NBI, DSWD, IACAT und IJM) drei Minderjährige gerettet und ein Paar verhaftet, wegen des Betriebs von Online-Sex in Cordova. Nach Angaben der Behörden hat das Paar hierfür die Kinder missbraucht, einschließlich ihrer eigenen 13-jährigen Tochter, um diese ihren Online-Kunden, für eine Zahlung von 3.000 bis 5.000 Pesos für eine Cybersex-Session auszusetzen.

Der Bericht der ‚International Justice Mission‘ (IJM) ergab, dass in der Zeit von 2004 bis 2013 im Bereich der Metro Cebu, 524 Opfer von Menschenhandel gerettet wurden. Die IJM ist eine nicht-staatliche Organisation, die sich selbst als einen „Menschenrechtsanwalt, für die Gerechtigkeit von Opfern sexueller Ausbeutung und anderen Formen der gewaltsamen Unterdrückung sowie gegen Sklaverei“ sieht.

Anwältin Joan Saniel von der Behörde für Kinder-Rechte (CLB) sagte, die Geschwindigkeit der Entwicklung des Menschenhandels, insbesondere in Bezug auf Kinder, habe bereits ein „alarmierendes“ Stadium erreicht. Ein Bericht der CLB basierend auf Daten von 2008 besagt, dass es in den Philippinen 60.000 bis 100.000 Kinder-Prostituierte gäbe und Cebu City dabei einen Hauptstandort bilde, ganz davon zu schweigen, dass es als „Lieferant“ des Landes dient.

Tintenwelt - Ihr Shop für Tintenpatronen und Toner

Im Jahr 2004 enthielten zwei der vier gängigsten Transportwege, über die Kinder geschleust wurden, Cebu City, das weithin für die höchsten Raten von Kinder-Sextourismus im Land bekannt sei. Die philippinischen Strafverfolgungsbehörden bezeichnen Cebu City als pädophilen Brennpunkt. Laut Statistik des Tourismusministeriums verzeichnete Cebu City allein zwischen 2010 und 2011 1.068.830 Touristen, davon 275.137 Ausländer. Lapu-Lapu City hatte 782.798 Touristen, davon 537.295 Ausländer.

Wenn ein Bereich des Tourismus boomt, dann setzt sich der Sextourismus wie ein Magnet daneben. Dabei stammten die Opfer, Erwachsene wie Minderjährige, aus den verschiedenen Regionen des Landes. Es gäbe zwar einige aus der entsprechenden Provinz selbst, vor allem durch die vom schnellen Geld Angelockten. Aufzeichnungen belegten aber auch, dass es gleichzeitig eine steigende Nachfrage nach Minderjährigen beim Sextourismus gäbe.

Im Februar dieses Jahres unterzeichnete Präsident Aquino ein Gesetz, das den Straftatbestand des Menschenhandels erweitert und besser „greifen“ soll. Das neue Gesetz bestrafe auch die Komplizen und Helfer der Verbrecher und derjenigen, die sie durchführten oder dieses versuchten. Das erweiterte Gesetz verbessere die Verfolgung des Menschenhandels durch die Erweiterung der strafbaren Handlungen und verfolge auch das Umfeld der Menschenhändler.

DKB-Partnerprogramm

Früher gab es einige Richter und Staatsanwälte, die vor einer aggressiven Gesetzesauslegung zögerten, da sie die Strafen für die Vergehen gegen Minderjährige, als zu hoch ansahen. Man erwartet nun, dass dieses Gesetz die Verurteilungen deutlich erhöht. Das Strafmaß lautet dabei 20 Jahre Haft und mindestens 1 Mio. Geldstrafe.

Aber die langsame Bearbeitung der Fälle von Menschenhandel, sei einer der Gründe, warum es immer noch Menschen gäbe, die keine Angst hätten, diese Verbrechen zu begehen. Demnach hätten sie Fälle, die aus dem Jahr 2010 stammten und bis jetzt noch anhängig seien. Diese Fälle könnten sich über Jahre hinziehen, was den Angeklagten genügend Zeit lasse, um die Opfer mit Geld zum Schweigen zu bringen. „Was ist der Wert von 100.000 Pesos für einen Ausländer, im Gegensatz für eine stillende Mutter?“

Aber es gäbe Möglichkeiten, die zunehmende Anzahl von Menschenhändlern abzuschrecken und eine davon sei, die Durchsetzung des Rechts zu stärken.


Quelle u.a.: http://www.philstar.com/cebu-news/2013/09/02/1162651/human-trafficking-booming-tourism-attracts-sex-tourism